Aktuelle Statistik im Fachausschuss vorgestellt
Corona lässt Flüchtlingszahlen sinken

Coesfeld. Die Corona-Pandemie wirkt sich in diesem Jahr auch auf die Flüchtlingszahlen aus. Sowohl Zuweisungen als auch Abschiebungen sind deutlich zurückgegangen. Die aktuellen Zahlen dazu präsentierte Andreas Kolm, Teamleiter für Flüchtlinge und Unterkünfte bei der Stadt Coesfeld, am Dienstagabend dem Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales. 0 Zuweisungen: Hat es im Jahr 2019 noch 93 Neuzuweisungen gegeben, waren es in den ersten acht Monaten dieses Jahres nur vier. „Seit September sind wir wieder aufnahmepflichtig“, sagte Kolm. So sind der Stadt diesen Monat wieder 14 Geflüchtete zugewiesen worden. Aufnahmepflichtig ist Coesfeld deshalb, weil zum Stand 20.9.2020 die Aufnahmequote nur noch bei 92,98 Prozent lag. 0 Corona-Infektionen: Erfreulicherweise hat es laut Kolm in den Unterkünften noch keinen Corona-Fall gegeben. Neuzugewiesene Flüchtlinge würden vor der Verteilung auf die Kommunen auf Corona getestet, erläuterte er. 0 Abschiebungen: Abschiebungen hat es 2019 insgesamt 25 gegeben, in diesem Jahr bislang vier. „Wir sind durch Corona auch oft gar nicht in der Lage gewesen, abzuschieben“, erklärte Kolm mit Blick auf die Grenzschließungen während der Pandemie. 0 Unterkünfte: 230 Personen leben zurzeit in den Unterkünften in Coesfeld. Vier Unterkünfte sind in letzter Zeit aufgegeben worden: Hölkers Kamp, Schützenring, Wiesenstraße und Im großen Esch in Lette. „Dadurch haben wir 148 Plätze nicht mehr zur Verfügung. Allerdings waren davon auch nur 78 belegt“, erläuterte Kolm. Ende 2022 sollen auch die Unterkünfte an der Raiffeisenstraße und an der Bruchstraße in Lette aufgegeben werden. Bis auf die Unterkunft an der Rosenstraße (Ev. Kirchengemeinde) befinden sich alle Unterkünfte im Eigentum der Stadt. 0 Auszüge: Wer aus einer städtischen Unterkunft auszieht, bleibt in der Regel in Coesfeld. Von 16 Fällen, in denen Familien oder Einzelpersonen aus einer Flüchtlingsunterkunft in eine eigene Wohnung zogen, blieben die Betroffenen in 13 Fällen der Kreisstadt treu. 0 Renovierungen: Mehrere Unterkünfte wurden in diesem Jahr (teil-)renoviert. Dabei wurden die Bewohner größtenteils miteinbezogen, um damit mehr Wertschätzung für das eigene Umfeld zu schaffen.

Donnerstag, 24.09.2020, 11:08 Uhr
Aktuelle Statistik im Fachausschuss vorgestellt: Corona lässt Flüchtlingszahlen sinken
Die Flüchtlingsunterkunft an der Raiffeisenstraße soll Ende 2022 aufgegeben werden. Foto: Archiv

Inge Walfort (SPD) erkundigte sich, ob es in der Unterkunft am Darfelder Weg, wo zudem 18 Obdachlose untergebracht sind, zu Problemen komme. Kolm verneinte dies: „Nach unserer Erfahrung vermischen sich die Personengruppen nicht und seitens der Flüchtlinge gibt es auch keine Beschwerden.“

Bernhard Kestermann (CDU) wollte wissen, woher die neu zugewiesenen Flüchtlinge stammen. Kolm antwortete, dass sie zumeist aus Georgien, Russland oder auch Serbien stammten und damit wenig Aussichten auf Anerkennung hätten. Flüchtlinge aus den Lagern in Griechenland seien bisher nicht darunter, da diese zunächst das ganz normale Verfahren durchlaufen, das sich vor der Verteilung auf die Kommunen ein halbes Jahr hinziehe.

Michael Fabry (FDP) interessierten zudem die Mehrkosten, die der Stadt Coesfeld durch ausreisepflichtige Flüchtlinge entstehen, die dann doch hier blieben. Ordnungsamtsleiter Theo Witte bezifferte die Gesamtkosten für diese 88 Personen auf rund 76 000 Euro pro Monat.

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