Laurentius-Grundschule beteiligt sich am Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“
Die Ackerstunden sind der Hit

Coesfeld. Matti ist stolz wie Oskar. Der Neunjährige hat zwei dicke Kürbisse entdeckt und schreitet zur Tat. Mit einem Haushaltsmesser trennt er die Früchte von den Pflanzen und legt sie vorsichtig in den Eimer, in dem schon ein paar Zucchini und jede Menge Tomaten versammelt sind. „Das Ernten finde ich am besten“, sagt Matti.

Samstag, 26.09.2020, 10:00 Uhr
Laurentius-Grundschule beteiligt sich am Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“: Die Ackerstunden sind der Hit
Die kontinuierliche Arbeit im Schulgarten trägt Früchte: Die Nachwuchsgärtner der Klasse 1/3d der Laurentius-Grundschule Matti (l.) und Johan haben gestern unter anderem Kürbisse geerntet. Foto: Christine Tibroni

Dazu haben der Drittklässler der Laurentius-Grundschule und seine Mitschüler beinahe täglich Gelegenheit. Denn im Schulgarten wächst und gedeiht allerlei Gemüse. Mangold, Mais und Möhren, Zwiebeln, Lauch, Sellerie und Rote Bete haben Schüler, Lehrer und Eltern auf dem 50 Quadratmeter großen Gemüsebeet hinter der ehemaligen Hausmeisterwohnung angebaut. Und sich damit in diesem Jahr einen langgehegten Wunsch erfüllt.
Expertise hat sich die Schule mit dem Verein Ackerdemia und seinem Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ zur Seite geholt. „Der Verein veranstaltet Lehrerfortbildungen, stellt Saat- und Pflanzgut sowie Unterrichtsmaterial zur Verfügung und ist Ansprechpartner für alle Fragen, die sich im Gartenjahr ergeben“, berichtet Schulleiterin Regina Harbig. Ziel des Programms und Ansinnen der Schule ist, biologische Zusammenhänge praktisch erlebbar zu machen und die Wertschätzung von Natur und Lebensmitteln zu fördern. Aus diesem Grund ist das Gärtnern auch kein freiwilliges Angebot, sondern fester Bestandteil des Stundenplans.
Jede Ackerstunde an der Laurentiusschule beginnt mit dem Acker-Check. „Da schauen wir uns den Garten an, gucken, was sich verändert hat und was zu tun ist“, erklärt Referendarin Rieke Stolz. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengetragen und Arbeitsgruppen gebildet. Die einen ernten, die anderen jäten Unkraut, wieder andere klauben abgestorbene und kranke Blätter von den Pflanzen oder versprühen selbst angesetzte Brennnesseljauche. Johan schnuppert skeptisch an der Sprühflasche und konstatiert: „Das riecht ein bisschen nach Kacke.“ Lernen mit allen Sinnen.
So vergeht die Schulstunde wie im Flug, an deren Ende es noch eine Abschlussrunde gibt. Hier werden Entdeckungen, Fragen und mögliche Antworten zusammengetragen und natürlich wird die Ausbeute begutachtet. Besonderes Augenmerk ziehen ein riesengroßer Zucchino und natürlich auch Mattis Kürbisse auf sich. Ob er denn auch Kürbis isst? „Na klar, Kürbissuppe schmeckt doch lecker“, sagt der Nachwuchsgärtner. Die Ernte wird gegen eine Spende an die Eltern verteilt – die Corona-Pandemie lasse andere Formen der Vermarktung derzeit nicht zu, so Regina Harbig, die sich zusammen mit Projektkoordinatorin und Lehrerin Daniela Füllgraf darüber freut, dass die GemüseAckerdemie in vielerlei Hinsicht Früchte trägt. „Viele Kinder wissen gar nicht mehr, woher das Gemüse kommt, das es im Supermarkt zu kaufen gibt. Da leistet das Programm wertvolle Aufklärung und sorgt für so manchen Aha-Effekt“, sagt Daniela Füllgraf. Darüber hinaus passe es sehr gut zu dem Landesprogramm „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“, an dem sich die Laurentius-Schule ebenfalls beteiligt.

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