Anlieger äußern Bedenken und Anregungen zum geplanten Neubaugebiet „Kalksbecker Heide“
Sorge um künftigen Schwerlastverkehr

Coesfeld. Verkehr, Entwässerung, Umwelt, Bebauung und Immissionen: Die Liste der Bedenken war lang, die jetzt rund 40 direkte Anlieger und Absender von Stellungnahmen zum geplanten Baugebiet „Kalksbecker Heide“ im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung mit der Stadtverwaltung besprochen haben. „Wir haben nichts gegen das Baugebiet. Aber wir wollen keine Investoren mit großen Mehrfamilienhäusern“, stellte ein Anwohner direkt klar.

Freitag, 09.10.2020, 10:28 Uhr
Anlieger äußern Bedenken und Anregungen zum geplanten Neubaugebiet „Kalksbecker Heide“: Sorge um künftigen Schwerlastverkehr
Rund 40 direkte Anlieger und Absender von Stellungnahmen zum geplanten Baugebiet „Kalksbecker Heide“ zwischen dem Kalksbecker Weg und der B 525 sind am Mittwochabend mit der Stadtverwaltung im Pädagogischen Zentrum ins Gespräch gekommen. Foto: jd Foto: az

Die Verwaltung versicherte, dass ein Großteil der rund 75 Grundstücke mit 1,5 geschossigen Häusern bebaut werden und so der Charakter eines Einfamilienhausgebietes erhalten bleiben solle. Der Anwohner zeigte sich kompromissbereit: „Wenn schon einige zweigeschossige Bauten kommen, dann bitte im Süden des Gebietes, sodass es einen homogenen Verlauf gibt.“ In diesem Zusammenhang erklärte Stadtbaurat Thomas Backes: „60 Prozent Zuschlagsrecht liegt bei der Stadt, die bei der Vergabe der Grundstücke auch bestimmte soziale Kriterien berücksichtigt, und 40 Prozent liegt beim Vorhabenträger.“ Dieser wiederum versicherte, dass die Zahl der Doppelhäuser unter zehn Prozent liege.

Hauptkritikpunkt jedoch war der Verkehr. „Die späteren zusätzlichen Autos der neuen Anwohner sind nicht das größte Problem, wir sorgen uns eher wegen des Schwerlastverkehrs während der Bauzeit“, so ein Anlieger in der Versammlung mit Hinblick auf die Maria-Frieden-Grundschule und die Kita „Kleine Heide“ am Kalksbecker Weg. Hier konnte Torben Schulte vom zuständigen Planungsbüro einen ersten Hoffnungsschimmer bieten. „Wir haben von Straßen NRW schon die Zusage bekommen, dass es möglich wäre, den Baustellenverkehr befristet für drei Jahre von der Bundesstraße abzuleiten.“ Für das Gebiet seien generell zwei Anschlussstellen für den motorisierten Verkehr und vier Zuwegungen für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen. Die Frage, ob man den Kalksbecker Weg überhaupt noch überqueren könne, wenn das Wohngebiet ausgebaut sei, bejahte die Verwaltung. „Eine Zählung hat jetzt 240 Kfz in der Stunde ergeben, künftig wären es rund 300. Das wäre für die Straße kein Problem“, so Torben Schulte. Dennoch werde eine Mitteltrennung und ein Linksabbiegerstreifen empfohlen, ebenso ein Zebrastreifen. Ein Anwohner forderte eine Ausweitung der aktuellen Tempo-30-Zone auf dem Kalksbecker Weg, „weil viele dort schneller unterwegs sind als erlaubt.“ Dies könne jedoch nicht im Bebauungsplan festgehalten werden, so Schulte.

Aufregung herrschte auch beim Thema Umwelt. „Sobald die Planungen im Gespräch waren, wurden die ersten großen Bäume gefällt“, ärgerte sich eine Anwohnerin. „Warum kann man den alten Bestand nicht erhalten und stattdessen auf Ausgleichsmaßnahmen verzichten?“ 50 neue Straßen-, 70 Grundstücks- und sechs Spielplatzbäume sind vorgesehen. „Von Oktober bis Februar können Bäume außerhalb des Waldes gefällt werden“, so Torben Schulte. „So hart das auch klingen mag.“ Dennoch werde der aktuelle und der künftige Baumbestand nochmals geprüft. Auch das erstellte Artenschutzgutachten, das keine planungsrelevanten Arten im Gebiet festgestellt hat, sorgte für Stirnrunzeln. „Ich höre aber Eulen und Käuze in meinem Garten und Falken sehe ich auch regelmäßig“, so ein Anwohner.

Stadtbaurat Thomas Backes erklärte, dass dieses Gutachten noch von der Unteren Naturschutzbehörde in Augenschein genommen werde. „Alle Anregungen und Bedenken werden jetzt noch einmal geprüft“, versicherte Backes, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei. „Wenn diese grundsätzlichen Fragen geklärt sind, kommt der Bebauungsplan zur Beratung in die Politik und wird Anfang Januar noch einmal offengelegt, Dann können wieder Bedenken und Anregungen gegeben werden.“

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