Die Badende auf niederländischen Briefmarken entdeckt
Mit barocker Schönheit geht die Post ab

Coesfeld. Eine Marke ist sie längst. Dass sie es inzwischen sogar zur Briefmarke gebracht hat, ist dann doch eine Überraschung. Die Rede ist von der Skulptur „Die Badende“, die seit 2009 von Billerbeck bis Zutphen als Berkel-Botschafterin fungiert und seit kurzem niederländische Briefmarken ziert. Wie es der Zufall wollte, entdeckte Berkelfreund Martin Althoff, seines Zeichens Geschäftsführer des Vereins Interkulturelle Begegnungsprojekte (IBP), der die Badende herstellt, die Briefmarken bei einem Besuch des Museums Staring in Almen. „Im Moment läuft dort eine Berkel-Ausstellung, in der auch unsere Badende in verschiedenen Ausführungen zu sehen ist“, berichtet Althoff, der nicht schlecht staunte, als er im Museumsshop „die Lady“, wie er die Badende gerne nennt, auf Briefmarken sah. „In Deutschland schaffen es schließlich nur bedeutende Kunstwerke oder Künstler, die mindestens 100 Jahre tot sind, auf Briefmarken.“ Das stimmt, ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn in Deutschland und auch in den Niederlanden gibt es die Möglichkeit, individuell gestaltete Briefmarken zu erwerben. Eine Option, von der die Museumsleitung in Almen offenbar Gebrauch machte. Das würde auch erklären, warum besagte Marke ausschließlich im Museum erhältlich ist.

Sonntag, 11.10.2020, 11:08 Uhr
Die Badende auf niederländischen Briefmarken entdeckt: Mit barocker Schönheit geht die Post ab
Das Museum Staring im niederländischen Almen hat anlässlich einer Berkel-Ausstellung die Badende auf Briefmarken verewigt. Foto: Christine Tibroni

Wie auch immer, Martin Althoff freut es, dass die Badende nicht nur Sympathieträgerin und Symbolfigur für interkommunale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit, sondern in zunehmendem Maße auch Identifikationsfigur einer ganzen Region ist. Althoff: „Ich habe vor Jahren einen Vortrag gehört, in dem es hieß, die Badende habe das Zeug, für die Berkel das zu werden, was die Loreley für den Rhein ist.“ Ein ambitionierter Vergleich, gleichwohl erlaubt in Anbetracht der Erfolgswelle, auf der die Badende schwimmt. „Wir kommen im Moment kaum nach mit der Produktion“, weiß Althoff. Vor allem in den Niederlanden sei die Nachfrage nach der barocken Schönheit im Badeanzug groß. Drei Formate gibt es derzeit, die Badende in 10 und 35 cm Größe sowie das lebensgroße Standbild, wobei die mittlere Größe am häufigsten geordert wird.

Die Idee zur Badenden stammt übrigens vom Verein Berkelspaziergang aus Billerbeck, der sich 2007 aufmachte, die Wege entlang der Berkel mit Informationsstelen, Kunstwerken und Mitmach-Objekten aufzuwerten. Augenmerk sollte auch auf die alte Badeanstalt gelenkt werden – mit einer Dame in Badeanzug und mit Badekappe. Ausgerüstet mit dieser Vorüberlegung, entwarf der Künstler und IBP-Klient Winfried Nimphius die Badende, die inzwischen in allen Berkelgemeinden zum Sprung ins kühle Nass ansetzt. Darüber hinaus ziert sie auch private Gärten und Wohnhäuser. Eine Lady – allerdings die Tischfigur – habe sogar den Sprung über den großen Teich nach Amerika geschafft, weiß Althoff, der für alle IBP-Mitarbeiter und -Klienten spricht, wenn er sagt: „Wir sind stolz darauf, dieses Produkt entwickelt zu haben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7626451?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker