Coesfeld überrascht in der Vorweihnachtszeit mit verlängerten Öffnungszeiten
An drei Samstagen bis 20 Uhr shoppen

Coesfeld. Über zwei Stunden wurde – teils auch kontrovers – diskutiert, aber als der neue Stadtmarketing-Vorsitzende Florian Klostermann die Versammlung im Pädagogischen Zentrum dann um ein Votum bat, schnellte doch ein Großteil der Finger der hiesigen Einzelhändler und Gastronomen nach oben – für ein mutiges Experiment, das es so in Coesfeld noch nie gab. Da in diesem Jahr wegen Corona sowohl der Lichtersamstag als auch der Weihnachtsmarkt samt verkaufsoffenem Sonntag und Nikolaus-Umzug ins Wasser fallen, will der Arbeitskreis Handel und Gastronomie des Stadtmarketing-Vereins die Kunden in der Vorweihnachtszeit mit einem ganz neuen Konzept nach Coesfeld locken. Kernpunkt sind dabei deutlich erweiterte Öffnungszeiten an den ersten drei Adventssamstagen: Bis 20 Uhr (bisher: 18 Uhr, teilweise auch noch früher) sollen Coesfelder und Gäste aus dem Umland dann in Coesfeld Weihnachtsgeschenke einkaufen können – und das in einem corona-sicheren und besonders stimmungsvollen Rahmen, ohne Gedränge, aber mit Erlebnischarakter. Stefanie Borgert, Geschäftsführerin des Stadtmarketing-Vereins, zeigte sich optimistisch, dass das Konzept aufgeht: „Weihnachten findet statt. Die Leute wollen einkaufen gehen.“ Und was könne schlimmstenfalls passieren? – „eine Maskenpflicht auch draußen, aber so what?“

Freitag, 16.10.2020, 06:35 Uhr
Coesfeld überrascht in der Vorweihnachtszeit mit verlängerten Öffnungszeiten: An drei Samstagen bis 20 Uhr shoppen
Alternative zum Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz sollen in der ganzen Innenstadt verteilte Stände sein, die von stationären Geschäften, aber auch anderen Händlern und Vereinen „bespielt“ werden. Foto: az

Das neue Weihnachts-Konzept hatte zuvor Arbeitskreissprecher Stefan Boer skizziert: „Licht zieht an!“ Dem folgend soll über eine erweiterte Illumination eine noch stimmungsvollere Atmosphäre in der Stadt geschaffen werden. Ein Veranstaltungstechniker soll mit vom Lichtersamstag her bekannten Effekten historische Gebäude wie das Stadtschloss und die Kirchen in Szene setzen oder auch hässliche Ecken mit Lichtkunst in „Hingucker“ verwandeln. Außerdem sollen vier große Laubbäume in der Innenstadt zusätzlich Lichterketten erhalten. „Mehr Licht, mehr Feeling“, brachte es Borgert auf den Punkt.

Statt zentral auf dem Marktplatz sollen 15 Weihnachtsmarkt-Hütten im Stadtgebiet verteilt aufgestellt werden und den Einzelhändlern dazu dienen, ihr Sortiment auch draußen anzubieten, weil ja jeweils nur eine begrenzte Zahl von Kunden in die Läden gelassen werden darf. Darüber hinaus sollen einzelne Hütten – gegebenenfalls rollierend – auch anderen Anbietern beziehungsweise gemeinnützigen Vereinen und Verbänden zur Verfügung stehen. Acht Händler zeigten spontan Interesse an einer solchen Hütte. Die weitere Abfrage dazu läuft in den nächsten Tagen per E-Mail.

Unter dem Motto „Coesfeld überrascht“ hat die Stadt in den vergangenen Wochen schon mit Kleinkunst-Events überregional von sich reden gemacht. Auch diese Aktion soll an den Samstagen im Advent fortgeführt werden – mit „Walking-Acts“ und anderen kulturellen Beiträgen. Und auch wenn der eigentliche große Nikolaus-Umzug ausfällt, soll der Heilige Mann doch am 2. Adventssamstag in der Fußgängerzone anzutreffen sein und Geschenke an die Kinder verteilen.

Jetzt hoffen alle, dass das Ganze ein Erfolg wird und nicht ein erneuter Lockdown die Pläne zunichte macht. Unabhängig davon wird es darauf ankommen, dass alle Einzelhändler und Gastronomen mitmachen und auch eigene Akzente setzen. „Wenn jeder ein bisschen was macht, wird es heimelig“, betonte Borgert. Thomas Michels, Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaft im Stadtmarketing-Verein, sprach die Hoffnung aus, dass die Aktion so eine große Strahlkraft bekommt, dass z.B. „Nottulner nicht nach rechts nach Münster, sondern nach links nach Coesfeld abbiegen“. | Kommentar

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