Stefanie Borgert zieht nach einem Jahr als Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins eine erste Bilanz
„Vielseitigkeit bietet enorme Chancen“

Coesfeld. Rund ein Jahr ist Stefanie Borgert bereits Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins. Unser Redaktionsmitglied Jessica Demmer hat mit ihr über ihre Anfangszeit, die aktuellen Herausforderungen in der Corona-Pandemie und ihre Wünsche für die Zukunft des Stadtmarketing Vereins gesprochen.

Montag, 26.10.2020, 07:00 Uhr
Stefanie Borgert zieht nach einem Jahr als Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins eine erste Bilanz: „Vielseitigkeit bietet enorme Chancen“
Stefanie Borgert ist bereits seit einem Jahr Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins. Foto: Jessica Demmer

Ruckzuck ist ein Jahr vergangen. Welche Bilanz ziehen Sie?

Borgert: Schön war der herzliche und respektvolle Start im Team des Stadtmarketing Vereins. Das hat mir den Beginn wirklich sehr erleichtert. Als junge Chefin wurde ich sofort akzeptiert. Im Nachhinein würde ich mir jedoch mehr Zeit fürs Ankommen geben. Ich bin sofort ins operative Geschäft eingestiegen, habe Facebook gestartet. Die meisten Aktionen liefen bereits, wie zum Beispiel der Lichtersamstag oder der Weihnachtsmarkt. Auch der Online-Gutschein war vollständig vorbereitet, ich war dann in der praktischen Umsetzung involviert. Im Zuge dessen habe ich eine echte Aufbruchsstimmung erlebt. Das war schön. Jetzt, nach gut einem Jahr, kann ich sagen, dass ich angekommen bin.

Konnten Sie denn alle Ideen umsetzen, die Sie sich anfangs vorgenommen hatten?

Borgert: Ich musste erst einmal erfassen, wie vielseitig die Aufgaben waren. Das ist als Außenstehender ja immer etwas schwierig. Die Zusammenhänge der Kommunalpolitik verstehen, die verschiedenen Stakeholder kennenlernen mit denen man zusammenarbeitet: Bürger, Händler, Gastronomen, Künstler, Sportler, Privatpersonen und Politiker zum Beispiel. Wir engagieren uns in der Baumberge-Touristik, aber auch in Leader-Projekten und organisieren Events. Außerdem machen wir auch noch Werbung für unsere Stadt. Das, dachte ich, würde einen noch größeren Teil unserer Arbeit ausmachen, musste mich da aber eines Besseren belehren lassen (lacht). Aber gerade diese Vielseitigkeit bietet enorme Chancen.

Und dann kam die Corona-Pandemie...

Borgert: Ja, das war auch für uns eine echte Herausforderung. Nach einer kurzen Schockstarre war aber schnelles sowie sinnvolles Handeln gefragt. Und: Die Kommunikation war entscheidend. Wir haben direkt unsere Mitglieder gefragt, wie wir helfen können. Entstanden ist dann die Kampagne „Coesfeld kauft lokal“, in der wir zum Beispiel eine Übersicht der verschiedenen Lieferservices der Gastronomen aufgelistet haben. Mit unserem Herzticker, also den Plakaten, wollten wir zudem Zusammenhalt schaffen, Mut machen und verbinden. Da hat sich wirklich ein enormes Gemeinschaftsgefühl gezeigt. Dieser Gemeinschaftsfaktor begleitet mich aber bei allem, was wir tun. Denn am Ende haben wir ja alle das gleiche Ziel: Coesfeld attraktiv präsentieren, egal ob zu Weihnachten oder touristisch im Allgemeinen. Wichtig und auch eine Herausforderung war, alle Interessen miteinander zu verbinden.

Was war denn die schönste Begegnung in Ihrem ersten Jahr?

Borgert: Da muss ich ganz klar mein Team nennen. Jeder brennt für das, was er macht, ich wurde herzlich aufgenommen und es herrscht ein echter Teamgeist.

Aktuell läuft die Stadtmarketing-Kampagne „Coesfeld überrascht“. Werden Sie eigentlich selbst gerne überrascht?

Borgert: Mit etwas Schönem ja (lacht). Ich bin eigentlich ein Planungsmensch, aber es gibt genug Unplanbares, da muss man dann eben offen sein. Was wir aber aus der Kampagne gelernt haben ist, dass ein solcher Erlebnisfaktor für eine gute Stadtmarketing Arbeit unerlässlich ist.

Die neuen Coesfeld Gutscheine gibt es jetzt auch digital. Muss der Stadtmarketing Verein insgesamt noch digitaler werden?

Borgert: Auch wenn ich ursprünglich aus dem Online-Marketing komme, muss ich sagen, dass es immer einen gesunden Mix geben muss. Der Online-Gutschein und der stationäre Handel haben sich zum Beispiel super ergänzt. Wir haben keine spezifische Zielgruppe, sondern müssen alle Generationen erreichen. Das geht nicht nur online, da braucht es auch klassische Medien. Auch ist immer noch die persönliche Kommunikation vor Ort wichtig.

Was sind Ihre Ideen und Wünsche für das kommende Jahr und für den Stadtmarketing Verein im Allgemeinen?

Borgert: In Hinblick auf die neue Verwaltungsspitze wünsche ich mir zum Beispiel eine noch bessere Kommunikation. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit. Kurzfristig wünsche ich mir, dass wir Weihnachten gut auf die Beine stellen im Rahmen der Möglichkeiten. Hier braucht es eine Lösung, die allen zugutekommt, schließlich finden die Einkäufe ja auch trotz Corona statt. Und ganz langfristig wünsche ich mir digitale Ortseingangsschilder und Werbeflächen. Auf diesen können wir dann entweder Imagefilme über Coesfeld zeigen oder Platz schaffen für Werbekunden. Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik.

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