Antonia Thürich kooperiert erstmals mit der Liebfrauenschule und stellt auf der Art Vischering aus
Künstlerin: In der Krise hilft Kreativität

Coesfeld. Wenn es eine Maxime gibt, von der Antonia Thürich überzeugt ist, dann diese: „In der Krise hilft Kreativität.“ Das hat die Malerin, Bildhauerin und Kunsttherapeutin seit Beginn der Corona-Krise am eigenen Leib erfahren und das möchte sie auch anderen Menschen weitergeben.

Sonntag, 08.11.2020, 11:02 Uhr
Antonia Thürich kooperiert erstmals mit der Liebfrauenschule und stellt auf der Art Vischering aus: Künstlerin: In der Krise hilft Kreativität
Antonia Thürich im Atelier. Hier arbeitet sie gerade an einer ihrer Übermalungen, bei denen sie bestehende Arbeiten von sich oder ihrem Mann, der ebenfalls Künstler ist, neu interpretiert. Das kleine Foto zeigt das Ergebnis der Übermalungen. Fotos: privat Foto: az

Zum Beispiel im Kunstverein Münsterland, wo sie Erwachsene an plastisches Gestalten mit Ton heranführt. Oder in Kursen für noch sehr kleine Kinder von drei und vier Jahren, mit denen sie die Welt der Farben und das Malen entdeckt, denen sie den Umgang mit Bleistift und Schere zeigt. Oder an der Liebfrauenschule, mit der Antonia Thürich erstmals kooperiert und wo sie in diesem Herbst den Jugendlichen das plastische Arbeiten mit Ton beibringt.

„Ich hatte die Idee, das Thema Krippe ins Hier und Jetzt zu holen, die Jugendlichen einzuladen Figuren zu gestalten, die mit ihrer Erlebniswelt zu tun haben“, sagt Thürich. „Aber ich bin auch offen für das, was die Jugendlichen umtreibt und was sie gern bearbeiten möchten.“ Fordern möchte sie die Schüler – aber nicht überfordern. „Und ich möchte ihnen die Freude am Gestalten mit auf den Weg geben“, so Antonia Thürich.

„Die Freude am Gestalten und das Erfahren der eigenen schöpferischen Kraft schafft das, was wir heute als Resilienz bezeichnen“, findet Thürich. Psychische Widerstandsfähigkeit, die gerade jetzt wichtig sei, um in der Coronakrise zu bestehen. Sie selbst stärkt sich, indem sie sich ins große Atelier an der Hertzstraße im Gewerbepark Nord.West zurückzieht, das sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Künstler Frank Thürich, nutzt. „Corona ist wie eine große Macht über uns gekommen und durch all die notwendigen Maßnahmen fühlen wir uns zunehmend verwaltet“, sagt sie. „Da tut es gut, Abstand zur Situation zu nehmen und selbst kreativ zu werden.“ Nicht unbedingt im großen Stil. „Es reichen Stifte und ein Blatt Papier.“ Die künstlerische Arbeit sieht sie auch als „eine simple Art der Meditation“. Es gehe darum, „sich selbst etwas Gutes zu tun, nicht so sehr ums künstlerische Resultat“, betont sie. Und findet starke Worte: „Ohne Kreativität möchte ich nicht leben.“

Gern würde sie, die auch Kunsttherapeutin ist, vor diesem Hintergrund Seminare zur Selbsthilfe anbieten, was gerade ausgerechnet wegen Corona nicht möglich ist. „Wenn sich aber jemand für einen solchen Ansatz der Persönlichkeitsstärkung interessiert, kann er sich gern bei mir melden“, sagt sie. Durch Kreativität und Kunst Gefühle ordnen.

Sie selbst hat gerade im Atelier die keramische freie Arbeit wieder aufgenommen. Neben einem großen Block Ton ist schon ein Boot erkennbar. Antonia Thürich geht es in ihrem Schaffen fast immer um existenzielle, oft religiöse Fragen. Da ist das Boot ein vielfältiges Motiv. Gerade hat sie eine Skulptur bemalt – die Reproduktion einer seltenen Urne aus dem Amazonas-Gebiet – in Feuerfarben: Revolution. Und sie arbeitet an so genannten Übermalungen – Bildern ihres Mannes oder eigenen Bildern, die sie neu interpretiert. Wenn die Art Vischering in Lüdinghausen (ab 6. 12.) stattfinden kann, wird Antonia Thürich mit einigen Arbeiten vertreten sein. Kreativ gegen die Krise.

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