Anwohner der Laurentiusstraße beklagen hohe Verkehrsbelastung
„Die Straße steht kurz vor dem Kollaps“

Coesfeld. Gestern Morgen auf der Laurentiusstraße. Ein Pkw nach dem anderen schiebt sich durch die schmale Straße, vorbei an parkenden Fahrzeugen und Kindern, die zu Fuß oder mit dem Rad auf dem Weg zur Schule sind. Dichtes Gedränge auf der Straße, die nach Einschätzung von Sandra Schwake in den vergangenen Jahren zur „Pendlerstrecke“ geworden ist. Wer aus Richtung Dülmen einpendelt oder umgekehrt die Stadt mit Ziel A43 und Dülmen verlässt, nutze gerne die Strecke über Laurentiusstraße, Kalksbecker Weg und Isfelder Weg, um die stark befahrene Dülmener Straße mit Kreisverkehr und Ampeln zu umgehen, meint die Anwohnerin, deren Elternhaus an der Laurentiusstraße steht und die inzwischen mit ihrer eigenen Familie ein paar Häuser weiter wohnt. Natürlich haben es morgens alle eilig, die erlaubten 30 Stundenkilometer würden selten eingehalten. Es sei denn, es kommt zum Begegnungsverkehr. „In diesem Fall weichen die Autofahrer auch schon mal gerne auf den Bürgersteig aus, damit es schneller weitergeht. Eine Riesengefahr für Fußgänger und Radfahrer wie auch für Anwohner, die aus ihren Grundstückseinfahrten kommen“, sagt die Mutter von zwei kleinen Kindern von zwei und vier Jahren. Zur Mittagszeit dasselbe Bild. „Dann haben wir hier die McDonald‘s-Rennstrecke für alle, die eine kurze Mittagspause für einen schnellen Imbiss an der Dülmener Straße nutzen möchten“, erzählt Schwake und lässt auch den Feierabendverkehr, wenn alle fix nach Hause wollen, nicht unerwähnt. Seit die Martin-Luther-Schule im Sommer den Betrieb an der Franz-Darpe-Straße aufgenommen hat, habe sich das Verkehrsaufkommen noch einmal erhöht, da Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw zur Schule bringen, vielfach über die Laurentiusstraße die Kiss-and-Ride-Parkplätze an der Karlstraße ansteuerten. Weiteres Problem: Ortsunkundige Fahrer werden häufig von ihren Navigationssystemen über die Laurentius- statt über die Dülmener Straße geführt.

Freitag, 20.11.2020, 11:40 Uhr
Anwohner der Laurentiusstraße beklagen hohe Verkehrsbelastung: „Die Straße steht kurz vor dem Kollaps“
Täglich rollen zahlreiche Kraftfahrzeuge über die Laurentiusstraße, oftmals schneller als die erlaubten 30 km/h. Die Anwohner nerven Lärm und Abgase und sie sorgen sich um erhöhte Unfallgefahr. Foto: ct

„Die Straße steht kurz vor dem Kollaps“, sagt die Coesfelderin und ist mit dieser Meinung nicht allein. Auch andere Anwohner ärgern sich über die Blechlawinen, die tagtäglich dicht an ihren Häusern vorbeirauschen und neben einem Sicherheitsrisiko auch für Lärm, Geruchsbelästigung und Luftverschmutzung sorgen.

Bei der Stadt Coesfeld ist die Laurentiusstraße „ein Dauerthema“, berichtet Sprecherin Andrea Zirkel auf Anfrage. Um den Verkehr zu bremsen, sei immer wieder und auch im Moment das mobile Geschwindigkeitsmessgerät im Einsatz, das auch Wirkung zeige. Darüber hinaus habe das Ordnungsamt die Absicht, zusammen mit den Verkehrsplanern der Stadt und der Polizei zu überlegen, welche baulichen Möglichkeiten es gibt, den Verkehr zu bremsen beziehungsweise vom Rad- und Gehweg fernzuhalten. Die Radfahrer und Fußgänger mit Pollern zu schützen, wie einige Anwohner vorschlagen, scheint keine Option zu sein. Das würde den Raum auf dem ohnehin recht schmalen Weg noch weiter einschränken.

Aktuelle Zahlen zum Kfz-Aufkommen auf der Laurentiusstraße erwartet die Stadt nach Auswertung des Tempomessgeräts.

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