Abfrage zu Covid-Dunkelziffer bei Kindern
Nur 0,7 % positive Tests in Coesfeld

Coesfeld (ds). Gibt es eine hohe Dunkelziffer an Kindern und Jugendlichen, die das Corona-Virus weitergeben, aber selbst gar keine Symptome zeigen? Der Verband Leitender Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen Deutschlands (VLKKD) sagt „eher nicht“ und begründet das mit einer aktuellen Datenabfrage an über 100 Kinderkliniken, die unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Kabesch von der Uni-Klinik Regensburg durchgeführt wurde. Die Ergebnisse von über 110 000 Kindern und Jugendlichen von 0 bis 18 Jahren, die wegen anderer Befunde im Krankenhaus behandelt und zusätzlich auf Covid-19 getestet worden sind, flossen ein.

Dienstag, 24.11.2020, 11:26 Uhr
Abfrage zu Covid-Dunkelziffer bei Kindern: Nur 0,7 % positive Tests in Coesfeld
Dr. Hubert Gerleve, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik an den Christophorus-Kliniken. Foto: az

„Wir haben auch an der Umfrage teilgenommen“, berichtete Dr. Hubert Geleve, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik an den Christophorus-Kliniken. Insgesamt seien in Coesfeld von Mai bis Mitte November 946 Kinder und Jugendliche getestet worden. Gerleve erläuterte: „Es waren Screening-Untersuchungen bei Aufnahme im Krankenhaus. Kein Kind kam wegen einer Covid-Erkrankung.“

Das Ergebnis: Nur bei sieben der in Coesfeld Getesteten konnte Covid-19 nachgewiesen werden. Das entspricht 0,7 Prozent.

Damit liegt die Coesfelder Kinder- und Jugendklinik auf der Linie der Gesamt-Probe: Deutschlandweit waren im Mittel nur 0,53 Prozent der an Kindern und Jugendlichen durchgeführten Tests positiv. Für den Verband ist das ein klares Signal, dass eine hohe Dunkelziffer „sehr unwahrscheinlich“ ist. Die Wissenschaftler stellen klar, dass es außer Frage stehe, dass Kinder und Jugendliche sich infizieren und auch den Virus weitergeben können. Das gelte insbesondere für Jugendliche. Aber: Es gebe deutliche Hinweise, dass die Infektionsquellen in der Mehrzahl außerhalb des schulischen Bereiches liegen, so dass es neben den notwendigen Hygienemaßnahmen in den Schulen weitere außerschulische Ansätze zur Eindämmung der Pandemie und Reduktion der Inzidenzzahlen geben müsse. Die öffentliche Diskussion über „brandgefährlichen Schulunterricht“ halten die Leitenden Kinder- und Jugendärzte für verfehlt. Sie führe zu Ängsten, Unsicherheiten und Polarisierung, kritisieren sie. Das lenke von einer gezielten Lösungsfindung ab.

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