Caritas-Adventssammlung nicht durchführbar – Anlaufstellen für Bedürftige bleiben geöffnet
Not geht nicht in den Lock-Down

Coesfeld. Eigentlich liefe gerade unter dem Motto „Du für den Nächsten“ die Caritas-Adventssammlung in den katholischen Pfarrgemeinden. Rund 13 000 Euro kamen dabei im vergangenen Jahr zusammen. Geld, das demnächst fehlen könnte, um Not vor Ort zu lindern. „Wegen Corona können wir keine Straßensammlung durchführen“, bedauert Veronika Wessling, Teamsprecherin des Caritas-Netzwerkes von St. Lamberti. Sie und ihre Kollegen in den Nachbargemeinden Anna Katharina und St. Johannes (Lette) hoffen, dass die Spendenbereitschaft trotzdem nicht zurückgeht und die Menschen die zugedachten Gaben in diesem Jahr auf die Konten der örtlichen Caritas-Organisationen überweisen oder in den Pfarrbüros abgeben. Denn die Not gehe nicht in den Lockdown, heißt es unisono beim gestrigen AZ-Gespräch mit den ehrenamtlichen Mitgliedern der Caritas-Teams. Ganz im Gegenteil: „So manche schwierige Situation entsteht gerade aus der Corona-Lage heraus“, erläutert Anne Thier, Teamsprecherin der Gemeindecaritas von Anna Katharina. Da sei die junge Familie, die aufgrund von Kurzarbeit mit deutlich weniger Geld auskommen muss: „Die weiß nicht, von welchem Geld der Computer fürs Homeschooling bezahlt werden soll.“ Oder die allein stehende ältere Frau, die mit ihrer Grundsicherung sonst gerade so über die Runden kommt, wie Wessling erklärt. „Geht dann die Waschmaschine kaputt, geht es aber nicht mehr.“ Oder die Zirkusfamilie, die wegen Corona dieses Jahr nicht auftreten konnte. „Da braucht es mal eine Flasche Gas für den Wohnwagen“, weiß Diakon Klaus Abel (Anna Katharina). Auch die ihnen zustehende Hilfe der öffentlichen Hand oder von Krankenkassen bekämen Betroffene oft erst sehr verspätet: „Da sind dann Überbrückungen nötig.“

Freitag, 27.11.2020, 06:20 Uhr
Caritas-Adventssammlung nicht durchführbar – Anlaufstellen für Bedürftige bleiben geöffnet: Not geht nicht in den Lock-Down
Auch in der Corona-Pandemie stehen die Türen für Menschen in Not in den Kirchengemeinden offen: v. l. Klaus Abel (Diakon in Anna Katharina), Anne Thier (Teamsprecherin des Arbeitskreises Gemeindecaritas von Anna Katharina), Anne Sandscheiper (Vertreterin des Möbelladens und Sprecherin des Caritas-Kreises von St. Johannes, Lette) und Veronika Wessling (Teamsprecherin des Caritas-Netzwerkes von St. Lamberti) vor dem Sozialpunkt „Offene Tür“ am Lambertiplatz. Foto: Detlef Scherle

In all diesen Fällen springt die Gemeindecaritas ein. Schnell und unbürokratisch. Oft kämen die Hilfsbedürftigen gar nicht von selbst, sondern Mitmenschen machten die Caritas auf sie aufmerksam. Für viele bedeute es Überwindung, sich zu melden, weiß Anne Sandscheiper, Sprecherin des Caritas-Kreises Lette, die auch den gemeinsamen „Möbelladen“ der Pfarrgemeinden vertritt. Der ist derzeit zwar geschlossen – trotzdem würden Menschen mit Möbeln versorgt: „Wer Bedarf hat, kann sich melden.“ Den Caritas-Vertretern ist wichtig zu betonen, dass auch die Anlaufstellen für Menschen in Not wieder geöffnet seien: das Sozialbüro „Offenes Ohr“ in Anna Katharina (Am Tüskenbach 18) montags von 10 bis 11.30 Uhr und in der Adventszeit auch donnerstags von 18 bis 19.30 Uhr und der Sozialpunkt „Offene Tür“ in St. Lamberti (Lambertiplatz 1) dienstags von 17 bis 18.30 Uhr und freitags von 9.30 bis 11.30 Uhr.

7 Die Spendenkonten für die Caritasarbeit: Anna Katharina IBAN: DE28 4286 1387 5120 4230 02 (VR Bank), St. Lamberti IBAN: DE18 4286 1387 5133 2427 02 (VR Bank) und St. Johannes (Lette) IBAN: DE08 4016 4352 3501 1906 00.

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