Initiative „Händler helfen Händlern“ empfiehlt Geschäftsinhabern Digital-Strategien
„Der harte Lockdown wird kommen“

Coesfeld. Die Coesfelder Einzelhändler sollten sich auf einen baldigen harten Lockdown einstellen. „Der wird kommen“, ist sich Marcus Diekmann sicher. Und voraussichtlich werde er uns – in Wellen – noch bis mindestens April begleiten. Der Coesfelder Unternehmer (u. a. Rose Bikes und Baby One) ist Mitbegründer der in der ersten Phase der Corona-Krise ins Leben gerufenen, deutschlandweiten Pro-Bono-Initiative „Händler helfen Händlern“ (HHH), die mit dem ECR-Award „HeldInnen der Stunde“ 2020 ausgezeichnet wurde. Diese empfiehlt, um Umsatzeinbrüche zu begrenzen, schnellstmöglich für die jeweilige Branche passende Digitalstrategien zu entwickeln.

Donnerstag, 10.12.2020, 06:03 Uhr
Initiative „Händler helfen Händlern“ empfiehlt Geschäftsinhabern Digital-Strategien: „Der harte Lockdown wird kommen“
Der Stadtmarketing-Verein und die hiesigen Einzelhändler haben sich mit Unterstützung von Kindergärten viel Mühe gegeben, trotz der Corona-Einschränkungen eine weihnachtliche Atmosphäre in der Innenstadt zu zaubern. Jetzt bangen sie, ob die Geschäfte weiter öffnen dürfen. Foto: Detlef Scherle

Die HHH-Gruppe hat mittlerweile über 3000 Mitglieder, darunter nicht nur Unternehmen, sondern auch Handelsverbände und -experten. Sie haben sich auf der Internetplattform LinkedIn vernetzt, um insbesondere kleineren und mittelständischen Einzelhändlern in der Pandemie zu helfen. Auch Handels-Größen wie MediaMarkt, Saturn, Tom Tailor und Intersport mischen mit. Sie setzen auf Austausch, um anhand von „best-practise“-Beispielen zu lernen,, wie sie trotz Geschäftsschließung weiter Geld verdienen können.

„Die Hilfe ist komplett kostenlos“, berichtet Diekmann. Zusammen mit Amazon hat „Händler helfen Händlern“ das Wissensportal „Quickstart online“ geschaffen. Diekmann: „Dort können sich auch kleinere Händler Digital-Knowhow aneignen, wie online verkaufen funktioniert.“

Außerdem hat die Initiative gemeinsam mit der Shopware AG technische Infrastruktur geschaffen, um die Digitalisierung von Händlern und ganzen Innenstädten zu erleichtern.

Bislang, bedauert er, sei die Resonanz darauf aus dem Coesfelder Raum eher verhalten. Diekmann ist aber sicher, dass ein zweiter, harter Lockdown, bei dem nicht systemrelevante Läden ihre Türen schließen müssen, auch bei uns Existenzen vernichten werde, wenn die Inhaber sich nicht rechtzeitig darauf einstellten.

Eine Idee für ein aktives Krisenmanagement sei Live-Videoberatung per WhatsApp oder Facetime, so Diekmann. Dazu gehen Verkäufer im Laden mit ihren Smartphones zu den Produkten, um sie den Kunden zu zeigen. Das habe Rose Bikes in Bocholt, wo er CEO ist, schon erfolgreich im ersten Lockdown getestet. Die Waren könnten den Kunden dann vor dem Geschäft auf Rechnung übergeben oder per Bote coronakonform nach Hause geliefert werden.

Diekmann wümscht sich im Namen von „Händler helfen Händlern“ aber auch Unterstützung von der Politik. „Ein ähnliches Modell wie in der Gastronomie ist auch für den Handel realistisch“, hebt er hervor. Er fordert einen Ausgleich von 75 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Das stationäre Weihnachtsgeschäft ist heute schon aufgrund der fehlenden Frequenz gefährdet“, führt er aus – „die Ursache liegt im Lockdown light der letzten Wochen.“ | www.haendler- helfen-haendlern.com

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