Wie die Coesfelder Gymnasien in der Corona-Zeit um neue Schüler werben
Kennenlernen auf Distanz

Coesfeld. Tage der offenen Tür, Infoabend, Elterngespräche – so stellen sich Schulen normalerweise ihren potenziellen neuen Schülern sowie deren Eltern vor. An die klassische Form der Präsentation ist aber wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr kaum zu denken. Deshalb sind die Schulen gezwungen, kreativ zu werden. Bei den Coesfelder Gymnasien reicht die Palette von einem „Digiwalk“ über einen „Klick-Rundgang“ bis hin zu einem „Wimmelbild“ mit 360-Grad-Ansichten.

Montag, 04.01.2021, 06:40 Uhr
Wie die Coesfelder Gymnasien in der Corona-Zeit um neue Schüler werben: Kennenlernen auf Distanz
In Coronazeiten ist ein Tag der offenen Tür schwer umsetzbar. Doch die Coesfelder Gymnasien haben sich einiges einfallen lassen, um potenzielle neue Schüler bestmöglich zu informieren. Am Pius gibt es einen „Digiwalk“ bei dem QR-Codes mit hinterlegten Informationen gescannt werden können (oben r.). Das Nepomucenum arbeitet gerade an einem virtuellen Rundgang, bei dem man auf markante Punkte wie die Nepomuk-Statue klicken kann und Infos bekommt, und das Heriburg lädt unter „Klick für Klick durch’s Heriburg“ ein, die Schule zu erkunden. Fotos: Archiv/Pius/fs Foto: az

Eigentlich sollte der Informationsabend für die Eltern am St.-Pius-Gymnasium im November stattfinden, der Tag der offenen Tür war für den Januar geplant – beides wurde gestrichen. „Mit Blick auf die Corona-Schutzmaßnahmen und die Infektionszahlen geht das ja alles überhaupt nicht“, sagt Dr. Norbert Just. Der Leiter des katholischen Gymnasiums wollte den neuen Fünftklässlern und deren Eltern trotzdem einen möglichst guten Einblick ins Schulleben ermöglichen. „Für die Eltern ist die Wahl der Schule schließlich eine sehr wichtige Entscheidung.“ Also haben Just und seine Kollegen nach Alternativen gesucht.

Herausgekommen ist dabei ein sogenannter „Digiwalk“. „Wir laden jetzt in den Weihnachtsferien zu Spaziergängen auf dem Schulgelände ein. Dort kann man mithilfe von QR-Codes via Kurzvideo oder Infotext Einblicke in das Schulleben gewinnen – coronakonform versteht sich“, erklärt Schulleiter Just. Das neue Konzept setzt gezwungenermaßen auf digitale Kanäle. Aber nicht ausschließlich. Interessierte können sich ebenso eine Infomappe zuschicken lassen oder sich telefonisch beraten lassen, so Dr. Norbert Just.

Ähnlich verfährt auch das Heriburg-Gymnasium. „Klick für Klick durch’s Heriburg“, heißt dort das digitale Konzept. „Dort kann man sich unter den verschiedenen Kategorien durch alle Bereiche unserer Schule klicken“, erläutert Schulleiter Christian Krahl. Solche Kategorien sind zum Beispiel „Unterricht und Stundenplan“, wohinter sich Informationen zum Doppelstundenmodell oder auch zum Thema „Fordern und Fördern“ verbergen; oder auch die Kategorie „Europaschule“ mit allen Infos zu Fahrten und Austauschen sowie Auslandspraktika. „Das ist ein Versuch“, betont Krahl. „Ob es an Informationen ausreicht, muss sich zeigen“, weiß der Schulleiter, dass sonst beim Tag der offenen Tür auch immer spontan Fragen aufkommen. „Dafür stehen wir aber auch zu Gesprächen bereit – ganz analog übers Telefon“, erklärt Krahl, der hofft, dass zumindest die Anmeldungen wieder persönlich vorgenommen werden können.

Viel Schweiß und Herzblut investiert hat auch das Gymnasium Nepomucenum, um den abgesagten Tag der offenen Tür zu kompensieren. Ein „Wimmelbild“ soll mit 360-Grad-Ansichten einen elektronischen Rundgang durchs Gebäude ermöglichen. „Wir haben mit unseren technischen Möglichkeiten gespielt und sämtliche Daten und Dokumente, die wir hatten, zusammengestellt“, erläutert Schulleiterin Angela Bülo. Dabei seien viele besondere Ecken des Hauses mit Informationen hinterlegt worden. So gibt es beispielsweise bei einem Klick auf die Nepomuk-Statue Hintergrundinfos zum heiligen Namenspatron der Schule. „Wir haben uns davon verabschiedet, das zu präsentieren, was man auf der Homepage schon nachgelesen kann“, erklärt Bülo das ganz neue digitale Angebot, in das viel Arbeit investiert wurde. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir die Leute haben, die so etwas wollen und auch können“, freut sie sich über so viel Fleiß und Kreativität.

Das verbindende Element ist ein Image-Film, den jede Schule über sich gedreht hat. Diese Clips sollen ab dem 7. Januar auf den Websites der Schulen sowie auf einem Kanal auf der Homepage der Stadt Coesfeld für Interessierte abrufbar sein.

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