Tankstellen verzeichnen nach Steuererhöhung und CO2-Bepreisung Umsatzrückgänge
Nach Silvesteransturm nun die Flaute

Coesfeld. Die Mehrwertsteuer steigt wieder um drei Prozent und die CO2-Bepreisung tritt in Kraft – diese Faktoren vor Augen haben zwischen Weihnachten und Silvester viele Autofahrer noch einmal vollgetankt. „Ich hatte mehrere Kunden, die nacheinander mit ihren zwei oder sogar drei Autos bei uns getankt haben“, berichtet Kerem Somun von dem Ansturm vor dem Jahreswechsel. Es folgte, was zu erwarten war: „In dieser Woche ist die Nachfrage dann deutlich zurückgegangen“, fügt der Inhaber von City-Tank hinzu.

Sonntag, 10.01.2021, 12:22 Uhr
Tankstellen verzeichnen nach Steuererhöhung und CO2-Bepreisung Umsatzrückgänge: Nach Silvesteransturm nun die Flaute
Im Vergleich zu Mai 2020, als der Preis für einen Liter Diesel noch bei rund einem Euro lag, haben die Kraftstoffpreise nun teilweise um 10 bis 20 Cent angezogen. Foto: Florian Schütte

Immerhin um die Umstellung auf die neuen Preise musste sich Somun nicht kümmern. „Das wird alles von der Avia-Zentrale in Borken gesteuert. Auch im Shop – dem Brot- und Buttergeschäft der Tankstellen – herrsche bei City-Tank derzeit eher Flaute.

Stefan von Bronk von der gleichnamigen Tankstelle an der Dülmener Straße beobachtet hingegen gewisse Mitnahmeeffekte in seinem Shop: „Wenn die Leute schon mal da sind, fahren die für ein Brötchen nicht extra noch bis in die Stadt.“

Doch auch von Bronk bestätigt, dass nach der erhöhten Nachfrage nach den Weihnachtstagen die Nachfrage nach Kraftstoffen nun zurückgegangen sei. „Nicht so dramatisch, wie wir uns das vorgestellt haben, aber doch spürbar“, sagt der Tankstellen-Inhaber. Darin sieht er drei Gründe. Neben der genannten Wiederanhebung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar von 16 auf 19 Prozent und der neuen CO2-Steuer ist es vor allem der Lockdown mit sämtlichen Facetten wie Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Regelungen, die die Nachfrage drücken. „Die Menschen besuchen sich nicht mehr gegenseitig und das Auto bleibt öfter in der Garage. Die Mobilität hat einfach nachgelassen“, sagt von Bronk. Hinzu komme, dass Januar und Februar für Tankstellen sowieso eher ruhigere Monate sind. „Die Menschen haben oft noch Resturlaub und bleiben ohnehin häufig zu Hause.“

Selbst als freie Tankstelle, die sich preislich immer einen Cent unter den Markentankstellen orientiere, habe von Bronk 2020 verglichen mit dem Vorjahr „einen ziemlichen Einbruch“ verzeichnet. Dennoch sei der Impfstoff nun ein Lichtblick. „Wir sehen die kommenden Monate mit Gelassenheit“, erklärt Stefan von Bronk.

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