Simon Röckinghausen zieht ein Jahr nach Gründung seines Coworking Spaces Bilanz
Brücke zwischen Homeoffice und Büro

Coesfeld. Rund ein Jahr ist es her, dass Simon Röckinghausen auf dem elterlichen Hof in Flamschen einen Coworking Space ins Leben gerufen hat. „Ich war positiv überrascht, wie gut es angelaufen ist“, sagt der 24-Jährige über seine Geschäftsidee, Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, die sich verschiedene Menschen ohne festes Büro teilen können. „Zu Beginn der Pandemie sind dann jedoch einige Nutzer durch die Unsicherheit zunächst zu Hause geblieben. Das kann ich nachvollziehen, denn schließlich geht es beim Coworking auch um das Zusammenkommen, das gemeinsame Arbeiten und das Vernetzen, was während eines Lockdowns nicht möglich ist.“ Neue Interessierte gab es dennoch weiterhin. Diese hätten vor allem einen ruhigen Arbeitsplatz gesucht, statt sich vernetzen zu wollen. „Das waren Arbeitnehmer, denen das Homeoffice ermöglicht wurde, die aber gemerkt haben, dass es mit der Familie und Job auf engem Raum auf Dauer anstrengend wird.“ Dafür sei Coworking, momentan natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln, die ideale Alternative.

Mittwoch, 20.01.2021, 06:03 Uhr
Simon Röckinghausen zieht ein Jahr nach Gründung seines Coworking Spaces Bilanz: Brücke zwischen Homeoffice und Büro
Simon Röckinghausen (r.) bespricht sich mit Jan Weitenberg, der selbstständig mit seiner Digitalagentur Swarm.IT in Gescher ist. Zusammen wollen sie den Coworking Space und seine Angebote weiterentwickeln. Im Hintergrund läuft der gerade frisch angeschaffte 3D-Drucker. Foto: Jessica Demmer

Auch wenn das Coronavirus auf die Branche kurzfristig einen negativen Einfluss gehabt habe, so würde langfristig doch eine gute Entwicklung angestoßen, blickt der Coesfelder in die Zukunft. Immer mehr Unternehmen würden ihren Angestellten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen und merken, dass es funktioniert. „Vielen fehlt dabei aber auch der Kontakt zu Kollegen. Coworking schlägt da eine gute Brücke zwischen dem Arbeiten im Büro und zu Hause.“

Zudem etabliere sich dieses Konzept nach und nach in ländlichen Regionen, wie die Entwicklung in ganz Deutschland zeige. „Es entstehen immer mehr Spaces auf dem Land, die das attraktive Landleben und die digitale Arbeit, die bisher vor allem in größeren Städten stattfindet, verbinden.“ Das habe weitere positive Folgen. „Der Arbeitnehmer spart Zeit, weil er weniger pendelt. Zudem profitiert der Arbeitgeber, weil er weniger Bürofläche vorhalten muss“, listet Simon Röckinghausen auf. Auch sei es gut für den Ort selbst, denn wo Kollegen vor Ort arbeiten, werde zu Mittag gegessen, Kaffee getrunken und konsumiert.

Er selbst habe die Zeit genutzt, um über neue Angebote und neue Möglichkeiten nachzudenken – auch nach Corona. „Ich habe an Workshops teilgenommen und für die Büroräume einen neuen 3D-Drucker auf Industrieniveau und einen 3D-Scanner angeschafft, die die Mieter hier nutzen können. Zudem haben wir bereits externe Aufträge für den dreidimensionalen Druck von Logos umgesetzt.“ Gefördert wurde dies von der Leader-Region Baumberge, die auch Kleinprojekte finanziert und die Entwicklung des ländlichen Raums unterstützt.

Die neuen Geräte könnten der Start für eine Coworking-Werkstatt sein, über die er nachdenke und zu der dann auch beispielsweise eine CNC-Fräse gehören könnte. Eine weitere Überlegung für die Zukunft sei es, dass auf dem Hof auch Coliving-Angebote entstehen. „Dabei würden sich Mieter neben Büro und Werkstatt zum Beispiel auch Garten und Auto teilen“, so Simon Röckinghausen. Dies alles verkörpere bestimmte Werte. „Kern der sogenannten Sharing Economy ist es, sich Dinge zu teilen, statt sie mehrfach anzuschaffen. Das ist nachhaltiger und spart Geld.“

Weitere Infos zum Coworking Space unter | www.flamschenzwei.de

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