Verwaltung weist Bürger-Kritik zurück
Tierheim kann gebaut werden

Coesfeld. Dem Vorhaben des Tierschutzvereins Coesfeld, Dülmen und Umgebung, sein neues Tierheim südlich der Reithalle in Flamschen zu errichten, steht nun wohl nichts mehr im Wege. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates hat Kritik von Bürgern, die das verhindern wollten, jetzt an die Bürgermeisterin als Untere Bauaufsichtsbehörde verwiesen. Und die bezog nach der Vorprüfung des Falles bereits klar Position: Öffentliche Belange stünden dem Bau des Tierheimes an dieser Stelle nicht entgegen.

Samstag, 23.01.2021, 17:04 Uhr
Verwaltung weist Bürger-Kritik zurück: Tierheim kann gebaut werden
Befürchtungen der Bürger, dass Hunde beim Gassi-Gehen die natürliche Fauna gefährden könnten, bestätigte ein Experte nicht. Karte: Stepmap Foto: az

Die Bürger hatten darauf hingewiesen, dass die Fläche, auf der das Tierheim gebaut werden soll, eine „Ruheoase für Wildtiere mit Anschluss an ein Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie der EU“ sei. Zum Erhalt der Biodiversität sei notwendig, dass dort weiterhin Landwirtschaft betrieben werden könne. Das Ausführen der Hunde, argumentieren sie, belaste die Umwelt und verdränge Wildtiere wie das Rebhuhn. Sie schlugen vor, das Tierheim besser in einem Gewerbegebiet anzusiedeln.

Die Verwaltung hält davon nichts. Sie betont, dass Tierheime als privilegierte Bauvorhaben vom Gesetzgeber ausdrücklich dem Außenbereich zugeordnet werden. Nach gängiger Definition fielen sie nach der Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken auch nicht unter die für Gewerbegebiete zugelassenen Ausnahmen. Neue Gewerbegrundstücke sollen wegen ihrer Knappheit bevorzugt Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, die neue Arbeitsplätze schaffen.

Der Tierheim-Bauantrag ist nach Darstellung der Verwaltung auch bereits von allen relevanten Trägern öffentlicher Belange vorgeprüft worden. Ein Gutachten hat die artenschutzrechtliche Unbedenklichkeit des Vorhabens in wesentlichen Punkten bescheinigt. Danach müssen nur einige ältere Eichen erhalten bleiben. Für Eingriffe in die Natur muss später – wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch – ein Ausgleich geschaffen werden. Auch hinsichtlich des Immissionsschutzes wegen der nahen Wohnsiedlung Goxel werden keine Probleme gesehen.

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