Befragte Geschäfte ziehen eine durchwachsene Bilanz
Mit bunten Blumen gegen Corona-Blues

Coesfeld. Tulpen, Primeln, Hyazinthen – die Menschen sehnen sich im grauen Corona-Winter nach Frühling in den eigenen vier Wänden und holen ihn sich aus den Blumengeschäften nach Hause. Das zeigt eine Umfrage unter Blumenhändlern in der Stadt. Frische Schnitt- und Topfblumen dürfen sie verkaufen und konkret dazugehörige Töpfe, Vasen, und Körbe.

Samstag, 30.01.2021, 08:02 Uhr
Befragte Geschäfte ziehen eine durchwachsene Bilanz: Mit bunten Blumen gegen Corona-Blues
Den ganzen Arm voll bunter Tulpen hat Elke Gehring, Mitarbeiterin in Icking’s Paradies. Die Kunden sehnen sich nach Frühlingsblumen. Foto: az

„Die Kunden wünschen sich bunte Farben und gucken nicht so genau auf den Euro“, berichtet Bettina Rüttjes, Inhaberin von Lebenslust. Vergleichbar ist der Trend bei der Blumenbinderei von Denise Holiet und Karen Pohlmann in Lette und Franz Paß, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei, ist viel unterwegs, um Frühlingsgrüße an den Pforten von Seniorenheimen oder Krankenhäusern auszuliefern. „Oft schicken Leute, die wegen Corona keinen Besuch machen können, jetzt einen Blumengruß“, sagt Paß.

Durchwachsen ist das von Corona geprägte Geschäftsjahr der befragten Händler – abhängig auch davon, in welchem Bereich sie schwerpunktmäßig tätig sind. Hans Brambrink, Senior im gleichnamigen Blumenhaus, ist zufrieden. Tatsächlich können er und seine Kollegen den Eindruck bestätigen, dass viele Menschen sich von der Maxime haben leiten lassen, dass sie es sich zu Hause besonders schön machen wollen, wenn es schon nicht möglich ist, in den Urlaub zu fahren, auszugehen oder andernorts zu shoppen. „Das haben wir im Sommer erlebt, als die Nachfrage nach Pflanzen und Deko für den Garten sehr groß war, und auch in der Vorweihnachtszeit“, erinnert sich Franz Paß. „Die Leute gönnen sich was“, beschreibt Bettina Rüttjes das gleiche Phänomen und auch Berthold Icking von Icking’s Paradies hat diesen Trend beobachtet.

Gute Geschäfte einerseits – aber andererseits ist doch nicht alles eitel Sonnenschein. „Weil im vergangenen Advent so viel gekauft wurde, haben wir für den nächsten Winter schon entsprechend kleinere Mengen geordert“, schaut Icking weit voraus. „Der Leuchtstern, der in diesem Jahr angeschafft wurde, steht nächstes Jahr auch noch“, geht er von einem rückläufigen Geschäft im Advent 2021 aus. Insgesamt habe der Umsatz im Coronajahr weit unter dem des Vorjahrs gelegen. Jetzt hat er das Lager voll mit Frühjahrsware und hofft, dass der Lockdown nicht noch bis Ostern dauert.

Franz Paß fehlen die größeren Aufträge wie der Blumenschmuck für Hochzeiten oder große Beerdigungen. „Das findet jetzt alles im kleinen Kreis statt“, sagt er. Auch Blumendeko etwa für Gaststätten oder für Veranstaltungen wird gerade nicht geordert.

Umso mehr freut er sich, dass viele Menschen Blumengrüße in Auftrag geben. Bettina Rüttjes hat Daueraufträge dieser Art – auch von Kunden, die sich regelmäßig selbst einen frischen Strauß gönnen möchten. „Gut, dass wir in Nordrhein-Westfalen leben“, sagt sie. Nur hier und in Hessen dürften die Blumenhändler für den Verkauf frischer Ware öffnen. Dass es außerdem einen Bestell- und Abholservice gibt, macht die Lage für sie und ihre Kollegen noch ein bisschen leichter. Ein Ende des Lockdowns sehnen sie trotzdem alle herbei.

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