Telekom rüstet in der Fläche auf – Vodafone funkt als einziger Anbieter auf echter neuer Frequenz
5G-Ausbau schreitet voran – mit Einschränkungen

Coesfeld. 81 Mobilfunkstandorte betreibt die Telekom im Kreis Coesfeld, elf davon hat sie allein in der Kreisstadt auf 5G umgerüstet. Und wie ein Blick auf die Karte zur Netzabdeckung zeigt, ist damit im Stadtgebiet fast flächendeckend bereits 5G empfangbar. Geht der Netzausbau in der fünften und neuesten Mobilfunkgeneration also doch viel schneller als ursprünglich geplant? „Den Eindruck habe ich nicht“, bremst Jochen Wilms die Euphorie. Der Breitbandkoordinator der Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (wfc) spricht beim Netzausbau der Telekom von „Marketing-5G“. „Echtes“ 5G funkt bislang nur der Anbieter Vodafone – vom Funkmast Am Wasserturm.

Mittwoch, 03.02.2021, 17:55 Uhr
Telekom rüstet in der Fläche auf – Vodafone funkt als einziger Anbieter auf echter neuer Frequenz: 5G-Ausbau schreitet voran – mit Einschränkungen
Vom Funkmast Am Wasserturm sendet Vodafone echtes 5G ins Gewerbegebiet. Foto: Archiv

Den Unterschied zwischen beiden Varianten erklärt Wilms so: „Die Telekom setzt auf den Ausbau in der Fläche. Dafür hat sie die Hälfte der alten UMTS-Frequenzen (3G) abgeschaltet und auf 5G aufgerüstet“, sagt der Experte für digitale Infrastruktur. Die Telekom nutzt folglich bestehende Frequenzen – nur schneller. „Technisch gesehen hat das schon Merkmale von 5G, aber Downloadraten, die eher LTE (4G) entsprechen“, beschreibt Wilms, was er unter „Marketing-5G“ versteht. „Diese Merkmale haben noch nicht viel mit dem zu tun, was wir beispielsweise für autonomes Fahren brauchen“, nennt der Breitbandkoordinator ein Beispiel, wofür 5G in Zukunft dringend benötigt wird. So plant auch der Kreis Coesfeld mithilfe der neuen Mobilfunkgeneration, den Rettungsdienst zu vernetzen, um künftig noch schneller Leben retten zu können.

Dafür ist jedoch „echtes“ 5G nötig, das auch auf der ganz neuen Frequenz funkt. Dieses gibt es zurzeit in Coesfeld nur von Vodafone. Es sei schneller, allerdings in der Reichweite eingeschränkt. „In Coesfeld reicht es aber zumindest in die Gewerbegebiete hinein“, meint Wilms, der trotz der Einschränkungen „glücklich“ über die momentan verfügbaren 5G-Netze ist. Und auch darüber, dass es immer mehr 5G-fähige Smartphones gibt. Denn ohne die entsprechende Hardware nutzt auch das beste Netz nichts. Vom dritten großen Anbieter Telefónica ist bislang noch kein Ausbau in Coesfeld geplant, da sich das Unternehmen zunächst auf die Großstädte konzentriert. Aktuell arbeiten Städte und Gemeinden im Kreis und auch die Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld weiterhin an der flächendeckenden Versorgung mit LTE – zur Vorbereitung auf die 5G-Technologie. „Oder einfach gesagt: Wo 4G ist, kommt auch 5G hin“, bringt Wilms es auf den Punkt.

Mit Blick auf die Telekom sei der aktuelle Zustand nur eine Momentaufnahme. Denn auch das Magenta-Unternehmen will die bereits ersteigerten echten 5G-Frequenzen künftig nutzen. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen bis 2022 weitere 20 Mobilfunkstandorte im Kreis Coesfeld hinzukommen. Zusätzlich sind im selben Zeitraum an sechs Standorten Erweiterungen mit LTE und 5G geplant.

Beim Mobilfunkausbau ist die Telekom auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen oder Eigentümern angewiesen, um notwendige Flächen für neue Standorte anmieten zu können. Wer eine Fläche für einen Dach- oder Mast-Standort vermieten möchte, kann sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (www.dfmg.de) wenden, startet das Unternehmen einen Appell. „Wir drücken beim Mobilfunk-Ausbau weiter aufs Tempo“, sagt Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland.

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