Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld rückt die Solidarität in den Fokus
Flagge zeigen für Belarus

Coesfeld. Die Unsicherheit lässt sich nicht wegschieben. Ob es mit dem Besuch der Kinder aus Svensk in diesem Sommer klappt? Höchst fraglich. „Corona hat uns schon 2020 einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Maria Bücking von der Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld. Die Pandemie werde alle Planungen auch für 2021 noch begleiten – und nun komme noch die sehr komplizierte politische Situation in Belarus hinzu. Schwierige Rahmenbedingungen für die Aktiven, denen weitgehend die Hände gebunden sind. Was sie aber tun können: dafür sorgen, dass die schwierige Lage der Menschen in diesem Land nicht aus dem Fokus fällt. Flagge zeigen, so lautet das Motto – nicht nur am morgigen Internationalen Tag der Solidarität mit Belarus.

Samstag, 06.02.2021, 07:38 Uhr
Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld rückt die Solidarität in den Fokus: Flagge zeigen für Belarus
Flagge zeigen und auf die schwierige Situation in Belarus aufmerksam machen: (von links) Maria und Thomas Bücking sowie Hannelore Schulz von der Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld. Foto: Frank Wittenberg

Seit fast 30 Jahren pflegt die Kinderhilfe Tschernobyl Coesfeld als Initiative der „Sirksfelder Schule“ einen engen Kontakt zu den Menschen in Svensk. Jahr für Jahr kommen 34 Kinder mit ihren Betreuern in die Freizeit- und Bildungsstätte, um dort für fast vier Wochen unbeschwerte Tage zu erleben. „Jetzt ist leider völlig unklar, wie es weitergeht“, hat Hannelore Schulz die Hoffnung auf einen Besuch noch nicht aufgegeben. „Wenn irgendeine Möglichkeit besteht, werden wir durchstarten.“

Allerdings wissen die Coesfelder Aktiven auch, dass sich die Situation in Belarus seit den Protesten rund um die Wahlen im August und um Präsident Alexander Lukaschenko deutlich verschlechtert hat. „Wir beobachten mit Sorge, was da passiert“, erklärt Thomas Bücking. Zwar sei der Kontakt mit den Partnern in Svensk weiterhin vorhanden, aber der beschränke sich zwangsläufig auf den Austausch von „Nettigkeiten“. Denn angesichts der möglichen Kontrolle von Mails oder WhatsApp-Nachrichten müsse sehr gut bedacht werden, was da geschrieben werde: „Wir wollen unsere Partner auf keinen Fall gefährden.“

Was sie aber wollen: Die Lage in Belarus soll nicht mit jeder verstrichenen Woche mehr und mehr in Vergessenheit geraten. „Zumal wir ja auch unsere Aktionen vor Ort zurzeit nicht durchführen können“, erklärt Maria Bücking. Dass sich dort eine Bewegung gebildet habe, die vom Volk ausgehe und für mehr Demokrate eintrete, werde in Deutschland durch die Corona-Pandemie und zuletzt auch durch die Situation in Russland mit der Festnahme von Alexej Nawalny mehr und mehr überlagert. Umso wichtiger sei es, sich dem Aufruf der Oppositionellen Swjatlana Zichanouskaja, die nach Litauen flüchten musste, anzuschließen und Flagge zu zeigen. Dazu gibt es ein eigens für den Internationalen Tag der Solidarität mit Belarus entworfenes Plakat sowie den Wunsch, wo möglich am morgigen Sonntag die rot-weiß-rote Landesflagge aufzuhängen. „Wir wollen die Gelegenheit nutzen und einen Aufruf auch an alle starten, die mit uns in den vergangenen 30 Jahren Kontakt zu den Kindern in Belarus hatten“, setzt Thomas Bücking auf eine symbolische Wirkung. „Es ist wichtig, dass wir die Situation in diesem Land nicht aus den Augen verlieren.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7803362?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947601%2F
Nachrichten-Ticker