Evangelische Gemeinde bietet ab Sonntag wieder Präsenzgottesdienste an
Gläubige kehren in die Kirche zurück

Coesfeld (ude). Drei Monate lang ist es in der Evangelischen Kirche am Markt wegen der Corona-Zwangspause leer und still gewesen. Am Sonntag (28. 2.) um 10 Uhr ist die Gemeinde erstmals wieder zu einem Präsenzgottesdienst eingeladen. Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann freut sich, macht aber auch deutlich, dass das Presbyterium sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Montag, 22.02.2021, 16:20 Uhr
Evangelische Gemeinde bietet ab Sonntag wieder Präsenzgottesdienste an: Gläubige kehren in die Kirche zurück
Monatelang war es still in der Evangelischen Kirche am Markt. Das soll sich ab Sonntag wieder ändern. Foto: Archiv

In einer Sondersitzung haben die Mitglieder beraten, ob sie die Möglichkeiten, die die Landeskirche einräumt, wenn die kreisweite Inzidenz über sieben Tage stabil unter 50 liegt, für Coesfeld realisieren soll. „Wir haben Bauchschmerzen“, sagt Birgit Henke-Ostermann. „Aber wir haben auch eine große Kirche“, spielt sie auf die Abstandsregelungen an. „Vielen Menschen bedeutet der Gottesdienst für ihre Lebenskraft und ihren Lebensmut sehr viel“, weiß die Pfarrerin. Sie bräuchten das Ritual ebenso wie den Kontakt – wenn er auch nur auf Distanz möglich ist. Henke-Ostermann: „Wir bleiben den Menschen in der Gemeinde auch etwas schuldig, wenn wir ihnen keine Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch geben.“ Ebenso ist ihr auch klar, dass viele Gemeindeglieder aus Vorsicht oder Sorge das Angebot nicht nutzen werden. „Aber für alle anderen wollen wir es ermöglichen.“

Wer kommt, muss eine medizinische Maske tragen und wird sitzplatzgenau erfasst für eine mögliche Nachverfolgung. Auf Gesang muss ebenso verzichtet werden wie auf die Abendmahlsfeier.

In den vergangenen Wochen und Monaten und besonders in der Weihnachtszeit haben Birgit Henke-Ostermann und ihre Mitstreiter viel investiert, um Kontakt zur Gemeinde zu pflegen und seelsorgliche Angebote zu machen. Da wurden Gottesdienste online übertragen, Impulse auf die Homepage gestellt, Krippenspiele gestreamt und Weihnachtstüten an rund 500 Haushalte verteilt.

„Zu Ostern wollen wir unseren Blick besonders auf Familien mit Kindern unter zehn Jahren richten“, kündigt Henke-Ostermann an. Sie dürfen sich schon mal auf eine Überraschung freuen. In der Fastenzeit steht die jährliche Aktion „Sieben Woche ohne“ im Fokus – und dann geht der Blick schon weit voraus: Die Konfirmation wird wie 2020 auf den September verschoben.

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