Stadtbücherei zieht Bilanz aus 2020 und blickt auf die kommenden Monate
Raus mit CD-ROMs, rein mit mehr Tonies

Coesfeld. Auch wenn die Stadtbücherei in 2020 gleich 50 neue Tonies in den Bestand aufgenommen hat, gereicht hat es immer noch nicht. „Wir hatten an manchen Tagen schon keine mehr da“, blickt Leiterin Anja Dietrich auf das vergangene Jahr zurück. „Die Tonies sind der ungeschlagene Bestleiher. Trotz Corona-Pause, in der wir gar nichts herausgeben konnten, hatten wir mehr als doppelt so viele Ausleihen im Vergleich zu 2019.“ Da werde auf jeden Fall weiterhin aufgestockt.

Mittwoch, 24.02.2021, 11:57 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 12:00 Uhr
Stadtbücherei zieht Bilanz aus 2020 und blickt auf die kommenden Monate: Raus mit CD-ROMs, rein mit mehr Tonies
Büchereileiterin Anja Dietrich hält zwei der beliebten Tonies, Hörspiele für Kinder, in der Hand. Diese waren in 2020 der ungeschlagene Bestleiher. Von ihnen gab es für die Bücherei im vergangenen Jahr 50 neue Exemplare, von den Brettspielen im Hintergrund gleich 100. Foto: Jessica Demmer

Ein richtiger Renner seien auch die Playstation 4-Spiele gewesen, von denen es 2020 22 neue Exemplare in der Bücherei gab. „Die sind fast so stark gelaufen wie 2019. Da jetzt schon die Playstation 5 auf dem Markt ist, müssen wir mal schauen, wie es mit unserem Bestand weitergeht“, so Anja Dietrich. Statt neuer Wii-Spiele werden in diesem Jahr auch Nintendo-Switch-Spiele angeschafft. Ihre besten Zeiten hinter sich haben hingegen die CD-ROMs. „Bis auf ein paar wenige Ausnahmen im Bereich Lernen werden wir sie nicht mehr anbieten. Die Zeit ist vorbei“, erklärt die Büchereileiterin und verweist auf die mangelnde Nachfrage. Die sei jedoch in Hinblick auf CDs und DVDs nach wie vor vorhanden – trotz diverser Streamingdienste. „Wir wollen auch nach passenden Streamingdiensten suchen, die wir künftig über die Bücherei anbieten können“, wirft sie bereits einen Blick in die Zukunft.
Bei den Brettspielen hat sich 2020 auch einiges getan, gleich 100 neue Exemplare sind hinzugekommen. „Da ist etwas für alle Altersklassen dabei, ob Strategiespiele für Erwachsene oder Memory für Kinder.“ Ebenfalls neu hinzugekommen sind fünf neue Zeitschriftenreihen: Hygge, Brigitte Wir, Spiegel Wissen, Großeltern und Deutsch Perfekt. „Mit letzterer haben wir eine Lücke geschlossen, die wir noch hatten. Mit der Zeitschrift lässt sich super Deutsch lernen anhand aktueller Nachrichten und ergänzenden Vokabeln. Da wir sie erst in der zweiten Jahreshälfte eingeführt haben, kann ich noch gar nicht sagen, wie gut sie angenommen wird.“
Generell hatte natürlich das Coronavirus einen starken Einfluss auf die Stadtbücherei. „Wir hatten rund 15 Prozent weniger Ausleihen als in 2019. Aber dafür, dass wir zwischendurch ganz schließen mussten, Einlassbeschränkungen hatten, Termine vereinbaren und kontaktlose Alternativen finden mussten, haben wir uns gut geschlagen“, findet Anja Dietrich. So seien die „Bücher to go“ super angenommen worden, das Prinzip habe gut funktioniert. „Auch wenn das für uns natürlich mit einem hohen, organisatorischen Aufwand verbunden ist.“ Denn viele Bücher seien wegen des Umbaus, der parallel in 2020 in den oberen beiden Etagen lief und auch noch nicht ganz final abgeschlossen ist, in Kisten verstaut gewesen. „Da mussten wir bei einer entsprechenden Bestellung erst einmal den passenden Karton finden“, sagt sie mit einem Schmunzeln.
Schade sei auch, dass viele Veranstaltungen nicht stattfinden konnten, von denen sie aber hoffe, dass sie in 2021 nachgeholt werden können. „Ich denke da zum Beispiel an den Treffpunkt Literatur. Den Sommerleseclub und den Vorlesewettbewerb wollen wir auch machen, allerdings etwas anders und vieles online.“

Mit Robotern künftig spielerisch das Programmieren lernen

Ein ganz besonderes Ziel hat Anja Dietrich mit Blick in die Zukunft. „Im nächsten Jahr wollen wir uns Roboter anschaffen, mit denen Kinder spielerisch das Programmieren lernen können.“ Sie denke da zum Beispiel an eine kleine Biene, die sich durch diverse Befehle in unterschiedliche Richtungen bewegen kann. „Das wird ganz spielerisch und anhand von Geschichten vermittelt. Auch für ältere Kinder soll es einen geben, mit ihm könnte man Verkehrsregeln lernen.“ Denn es sei eine Fehleinschätzung, wenn man denke, dass alle Kinder gleich gut und fast intuitiv mit Technik umgehen können. „Über den Medienkompass im Kulturstrolche-Programm haben wir gesehen, dass manche Kinder bereits ein ausgeprägtes Technikverständnis haben, während andere noch mehr Anleitung benötigen. Da wollen wir ansetzen und helfen.“

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