Die unendliche Geschichte am Wiedauer Weg geht weiter
Bahn rüstet „Glückaufschranke“ auf – Umlaufsperre in Planung

Coesfeld. Anlieger reiben sich verwundert die Augen: „Die Bahn hat schon wieder investiert und aufgerüstet“, berichtet K. Wesseling. Jetzt habe die wegen ihrer Schließungszeiten von bis zu 25 Minuten „Glückaufschranke“ genannte Bahnanlage am Wiedauer Weg auch noch ein Sperrgitter bekommen, damit niemand mehr unter der Schranke her kriechen kann. Wesseling kann nicht verstehen, dass die Bahn in der Vergangenheit – wie berichtet – immer wieder Geld in Zäune, Lichtmasten und Überwachungskameras gesteckt hat: „Die Trampelpfade gibt es trotzdem und immer wieder!“ Aufgrund der langen Schließungszeiten queren viele Nutzer die Gleise nämlich einfach neben dem Bahnübergang. Aus Sicht von Wesseling und vieler weiterer Anlieger liegt die Lösung des Problems aber eigentlich auf der Hand: eine Umlaufsperre wie am Blomenesch.

Donnerstag, 25.02.2021, 12:30 Uhr
Die unendliche Geschichte am Wiedauer Weg geht weiter: Bahn rüstet „Glückaufschranke“ auf – Umlaufsperre in Planung
Die Bahn hat den Übergang am Wiedauer Weg jetzt mit zusätzlichen Gittern an der Schranke gesichert. Die Anlieger wünschen sich stattdessen eine Umlaufsperre wie am Blomenesch. Deren Einrichtung wird nun geprüft. Fotos: K. Wesseling/ds/Archiv Foto: az

Die Weichen dafür sind durchaus auch schon gestellt, bestätigt Andrea Zirkel, Pressesprecherin der Stadt, auf AZ-Anfrage. Die Stadt habe im Herbst 2020 mit der Deutschen Bahn vereinbart, dass neben der Schranke, die nach wie vor für den landwirtschaftlichen Verkehr benötigt werde, eine Umlaufsperre für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden soll. An deren Kosten (ca. 80 000 Euro) will sich die Stadt zur Hälfte beteiligen. Die 40 000 Euro wurden von Bürgermeisterin Eliza Diekmann noch nicht in den Haushalt für 2021, aber in die Finanzplanung für 2022 aufgenommen. Mit einer ganz zügigen Umsetzung der Maßnahme noch in diesem Jahr rechnet die Stadt also nicht. Das hat seinen Grund: „Die Bahn macht die Pläne für die Umlaufsperre“, erläuterte Zirkel. Und die müssten dann auch noch vom zuständigen Eisenbahnbundesamt genehmigt werden. Das dauert. Und „ein Selbstläufer“ sei das ohnehin nicht.

Wie die neuen Maßnahmen zeigen, scheint auch die Bahn nicht sicher zu sein, dass die Umlaufsperre schnell kommt. Sie setzt bis dahin auf eine bessere Sicherung des Übergangs. Vor allem wohl auch, um Unfällen wie dem vom 3. November 2016 vorzubeugen, bei dem ein 15-jähriger Junge schwer verletzt wurde.

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