Genossenschaft investiert am Standort Coesfeld „im unteren zweistelligen Millionenbereich“
Westfleisch baut ein neues Kühlhaus

Coesfeld. Bauarbeiten bei Westfleisch haben die Anlieger aufgeschreckt. „Läuft die Erweiterung doch schon?“ wollte ein Anrufer bei der AZ wissen, der beobachtet haben will, „dass auch auf einem städtischen Grünstreifen gebuddelt wird“. Aus der Protestszene („Coesfeld for Future“, Nabu und tierretter.de hatten bereits in der Vergangenheit gegen Erweiterungspläne mobil gemacht) hieß es, da würden offenbar „schon an der Öffentlichkeit vorbei Fakten geschaffen“. Unsere Zeitung hat nachgehakt. „Bei den Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände von Westfleisch handelt es sich um Fundamentarbeiten für ein energieeffizientes Kühlhaus und moderne Sozialräume“, erläuterte Westfleisch-Sprecher Meinhard Born. Die Sozialräume ersetzen nach seinen Angaben bisherige Container-Provisorien. Das neue Kühlhaus soll helfen, „die steigenden Anforderungen an unterschiedliche Fleischqualitäten zu erfüllen“. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Platzbedarf für verschiedenste Tierwohl- und Regionalklassifizierungen steigen wird. Dafür will man gerüstet sein. Das Investitionsvolumen ordnete er auf Nachfrage im „unteren zweistelligen Millionenbereich“ ein.

Freitag, 26.02.2021, 06:24 Uhr
Genossenschaft investiert am Standort Coesfeld „im unteren zweistelligen Millionenbereich“: Westfleisch baut ein neues Kühlhaus
Die Fundamente für das neue Kühlhaus von Westfleisch werden gerade gegossen. Ein Gebäudeteil wird höher als eigentlich erlaubt. Dafür erteilte die Stadt Coesfeld noch unter Bürgermeister Heinz Öhmann eine Ausnahmegenehmigung. Auch von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen wurde das Unternehmen befreit. Fotos: Westfleisch/Archiv Foto: az

Davon unabhängig würden – „wie im Dezember 2019 breit kommuniziert“ – weiter die Möglichkeiten einer Erweiterung geprüft, nahm er Stellung. Wie berichtet, will Westfleisch die Schlachtkapazitäten bei Schweinen mittelfristig in Coesfeld um mehr als 50 Prozent erhöhen. Auch die Verkehrsströme vom und zum Gelände sollen dafür neu gelenkt werden.

Das aktuelle Bauvorhaben sei „mit den Behörden abgestimmt und genehmigt“, so Born. Das bestätigten sowohl der Kreis als auch die Stadt. Da es sich um Maßnahmen im Bereich des geltenden Bebauungsplanes handelt, richten sich auch die Genehmigungen danach. Ein vorgesehener Gebäudeteil soll nach Informationen unserer Zeitung etwas höher werden als eigentlich erlaubt. „Das ist im Genehmigungsverfahren geprüft worden“, bestätigte Stadtsprecherin Andrea Zirkel – „für die maximale Begrenzung der Gebäudehöhe wurde eine Befreiung erteilt.“ Den sonst üblichen ökologischen Ausgleich für die Baumaßnahmen muss das Unternehmen nicht schaffen. Zirkel: „Auch dafür wurde in der Genehmigung eine Befreiung erteilt.“ Beide Entscheidungen fielen noch in die Zeit vor Amtsübernahme durch Eliza Diekmann.

Die immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen, unter anderem für eine neue Umfahrt, hat der Kreis Coesfeld erteilt. Das Unternehmen erhielt auch die Erlaubnis, auf dem eigenen Parkplatz Betonformteile für das Kühlhaus zu gießen und Bewehrungen dafür vorzubereiten. „Die Maßnahmen laufen in Absprache mit dem Bauordnungsamt der Stadt Coesfeld“, so Kreis-Sprecher Hartmut Levermann.

Bei der Stadt Coesfeld wird derweil weiter an der Vorentwurfsplanung des für die Erweiterung erforderlichen neuen Bebauungsplans „Heerdmer Esch“ gearbeitet. „Das Verkehrsgutachten, das Lärm- und Geruchsgutachten liegen vor“, berichtete Zirkel. Das Gutachten zum Abwasser, das aufzeigen soll, ob die Erweiterung Auswirkungen auf die Einhaltung der EU-Wasserrahmenrichtlinie hätte, sei noch nicht fertig.

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