Kirchenrenovierung von St. Lamberti startet Ende April
„Endlich kann es losgehen“

Coesfeld. Grünes Licht für die Umgestaltung und Renovierung der St.-Lamberti-Kirche: Nachdem das Bistum Münster am Wochenende das Finanzierungskonzept des insgesamt rund 1,6 Mio. Euro teuren Vorhabens bestätigt hat, kann es nun an die Umsetzung der Pläne gehen, die in einem mehrjährigen Prozess unter Beteiligung zahlreicher Gemeindemitglieder und Fachleute entwickelt wurden. „Am 26. April werden wir die Kirche schließen und mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen, kurz nach Pfingsten startet die eigentliche Bauphase, und Ostern 2022 wollen wir die Kirche wieder eröffnen“, nennt Dechant Johannes Arntz die Eckpfeiler des Zeitplans.

Montag, 22.03.2021, 06:36 Uhr
Kirchenrenovierung von St. Lamberti startet Ende April: „Endlich kann es losgehen“
Und so soll es aussehen, wenn zu Ostern 2022 die Kirche wieder geöffnet wird: Der Altar rückt näher an die Gemeinde heran, das Coesfelder Kreuz wandert weiter in den Chorraum hinein. Simulation und Plan: Architekten Steinberg & Koeppen Foto: az

Zu den wesentlichen Veränderungen gehört die Absenkung des Chorraums auf eine Ebene mit dem gesamten Kirchenraum, um Barrieren abzubauen und auf Augenhöhe zu kommen. Der Altar wird etwas verkleinert und um acht Meter in Richtung der Gemeinde vorgezogen. Wegen seiner besonderen Bedeutung steht er auf einem Podest, das über zwei Stufen erreichbar ist. Auch das Coesfelder Kreuz wandert weiter in den Chorraum hinein. In beiden Fällen wird mehr Nähe und ein Versammeln um diese zentralen Orte des Kirchenraums möglich.

Weitere augenfällige Veränderungen werden der neue Innenanstrich und die neue LED-Beleuchtung sein. Auch die Kunstgegenstände, die während der Bauphase ausgelagert werden, werden nach Reinigung und Restaurierung in neuem Glanz erstrahlen. Investieren wollen Bistum und Gemeinde zudem in eine neue Akustikanlage und die Instandsetzung und Teilerneuerung der Elektroinstallation sowie den Einbau eines barrierefreien Einganges und WCs. Im Zuge der Renovierung sollen auch alle Fenster überprüft und gegebenenfalls überarbeitet werden.

Um den Raum flexibel nutzen zu können, sollen die Bänke nach und nach durch Stühle ersetzt werden. In den Gesamtkosten von 1,6 Mio. Euro ist zudem eine neue Chororgel (153 600 Euro) enthalten, die über zweckgebundene Spenden finanziert wird. Die Finanzierung insgesamt ruht auf zwei großen Pfeilern: Aus Kirchsteuermitteln sagt das Bistum 665 000 Euro zu, 615 250 Euro stellt die Kirchengemeinde St. Lamberti aus Eigenmitteln zur Verfügung. Hinzu kommen 323 600 Euro aus Spenden und Kollekten.

„Wir freuen uns sehr, dass es endlich losgehen kann“, sagt Dorothee Backes, Leiterin der Steuerungsgruppe, die im Pressegespräch noch einmal an den langjährigen Meinungsbildungs- und Planungsprozess erinnert. Die erste Renovierungsplanung fand bereits 2012 statt, wurde dann aber zugunsten der neuen Orgel in St. Jakobi und der Renovierung der St.-Jakobikirche zurückgestellt. 2015 wurde der Faden dann mit der Aktion „Leere Kirche? Leere Kirche!“ wieder aufgenommen und bis heute mit vielen Veranstaltungen und Arbeitstreffen vorangetrieben. Dorothee Backes dankt allen, die sich in den Prozess eingebracht haben, und lädt alle ein, sich mit den nun öffentlichen Plänen der Architekten Steinberg & Koeppen auseinanderzusetzen. Pläne, die den „Wunsch nach Freiräumen und Augenhöhe, nach Offenheit und Begegnung in der Kirche widerspiegeln“, wie es in einer Präsentation der Gemeinde heißt. Während der Bauzeit, darauf weist Arntz abschließend hin, finden die Messen in St. Jakobi statt.

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