23-Jährige muss 1000 Euro Strafe zahlen
Aus Angst vor Jobverlust Unfall vorgetäuscht

Coesfeld. Weil sie vorgetäuscht hat, dass ein Schaden an ihrem Firmenfahrzeug durch einen Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer in Coesfeld entstanden sei, ist eine 23-Jährige nun vor dem Amtsgericht Coesfeld zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden.

Samstag, 03.04.2021, 11:22 Uhr

So hatte die Angeklagte zunächst Ende November 2020 Strafanzeige bei der Polizei wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort erstattet. Ein schwarzer Pkw soll das Firmenfahrzeug beschädigt haben. Ein Kennzeichenfragment gab sie ebenfalls an. Die Polizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf.

Als ihre Versicherung bei ihr anrief, gestand die 23-Jährige, sich den Unfall nur ausgedacht zu haben. „Ich bin beim Rückwärtsfahren gegen eine Mauer gefahren“, erklärte sie vor Gericht. „Ich fuhr zunächst weiter, wollte den Kopf frei bekommen.“ Im Telefonat mit der Versicherung wollte sie kein zweites Mal lügen. „Ich habe mich dem Mitarbeiter anvertraut, weil ich wusste, dass es falsch gewesen ist und er hat mir Mut gemacht.“ Zwei Tage später sei sie dann zur Polizei gegangen und habe den Sachverhalt richtig gestellt. „Ich hatte ohnehin schon Probleme mit den Kollegen. Zudem hatte ich auch keine leichte Kindheit. Die Ausbildung war das erste, was ich erreicht habe. Ich hatte Angst und wollte den Job nicht verlieren.“ Am Ende habe sie jedoch von sich aus gekündigt. „Das wurde mir einfach alles zu viel.“ Jetzt habe sie einen neuen Arbeitgeber.

Die Staatsanwältin hielt ihr das Geständnis und die Umstände zugute, „aber Sie sind auch anderweitig vorbestraft. Zudem braucht es für das Vortäuschen dieser Art auch eine gewisse kriminelle Energie.“ Sie forderte 30 Tagessätze á 50 Euro.

Der Verteidiger betonte, dass die Vorbelastungen klassische Jugendverfehlungen gewesen seien. „Mit der Ausbildung ist sie nun auf einem guten Weg.“ Er hielt 20 Tagessätze zu 50 Euro für angemessen.

So entschied auch der Richter. „Ich sehe Ihre Situation, aber Sie haben da den falschen Weg gewählt. Ihr junges Alter ist zudem strafmildernd zu berücksichtigen und ich denke, Sie werden in Zukunft überlegter handeln“, zeigte er sich optimistisch.

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