Im grünen Gehege hat die Fachfrau aus Lette das Sagen
Jutta Schüttert und das verrückte Federvieh

Lette. Ei, Ei, Ei – das Ei ist rund, es ist vom Huhn und nicht vom Hund. Und schon gar nicht vom Hasen. Jutta Schüttert kennt sich aus. „Ich hab’ aktuell 40 Hühner: 35 Hennen und fünf Hähne. Hühner ist der Oberbegriff, was viele nicht wissen, für die ist ein Huhn immer weiblich“, erklärt die Letteranerin vom Herteler. „Wir haben zu Ostern Eier genug. Daran soll’s nicht scheitern.“

Sonntag, 04.04.2021, 10:26 Uhr
Im grünen Gehege hat die Fachfrau aus Lette das Sagen: Jutta Schüttert und das verrückte Federvieh
Noch vor einer Woche war die Welt in Ordnung und die Vogelgrippe nur in den Kreisen Münster und Warendorf ein Thema. Da fütterte Jutta Schüttert gut gelaunt ihr Federvieh. Wie heißt es im Kinderlied: Putt, putt, putt, meine Hühnchen. Putt, putt, putt, mein Hahn. Schenkst du mir ein Körnchen, leg ich dir ein Ei. Jetzt ist auch in Coesfeld Stallpflicht angesagt. Foto: Ulrich Hörnemann

Zum Frühstück gibt’s weiche Eier, wachsweiche, mittelharte oder ganz harte. Je nach Bedarf! Matthias, ihr Ehemann, Tochter Christiane, Sohn Joschua und Schwiegervater Rudi, auch schon 89, müssen nur ihre Wünsche äußern. Carina, das zweitälteste von drei Kindern, ist verheiratet und hat bereits zwei Kinder: Tilda (3), die ihrer Oma gern mithilft beim Eiersuchen, und Michel (1). „Carina wohnt in Coesfeld“, erzählt Mama Jutta. „Doch sie kommt regelmäßig vorbei.“ Auch Carinas Familie wird großzügig mit Eiern aus eigener Zucht versorgt.

Auf Eier buntmalen oder färben, wie es zum Osterfest üblich ist, hat Jutta Schüttert aber keine Lust. „Wofür?“, fragt sie und liefert die Antwort gleich hinterher: „Ich habe weiße Eier, braune, hellbraune, dunkle und sogar grüne.“ Ja, zwei Grünleger zählen zu ihrem Hühnertrupp. Als erster „Grünleger“ wurde die Rasse Araucana bekannt, berichtet die dreifache Mutter. Araucana vererben die Eigenschaft, grüne Eier zu legen, dominant an ihre Nachkommen. Hennen dieser Rasse legen immer grüne Eier. „Und das“, betont die Expertin, „ist natürlich eine Besonderheit.“

Seit nunmehr zwölf Jahren züchtet sie Rassehühner. New Hampshire, Goldsperber, Maran und Serama, die kleinste Zwerghuhnrasse der Welt, tummeln sich in ihrem Freigehege, wenn nicht gerade Stallpflicht herrscht wegen der Geflügelpest. Ihre Tiere sind angemeldet beim Kreisveterinäramt und bei der Tierseuchenkasse, was vorgeschrieben ist, genauso wie die Impfung gegen die Newcastle-Krankheit („Alle sechs Wochen übers Trinkwasser oder alternativ einmal jährlich mit Spritze direkt ins Huhn“), eine hochansteckende Viruserkrankung von Hühnern, Puten und anderen Vogelarten. Auch wenn sie als Vizekreismeisterin eine höchst erfolgreiche Züchterin ist, drückt Jutta Schüttert beide Augen zu, wenn ein Junghahn oder eine Junghenne nicht dem strengen Rassestandard entspricht. „Selbst mit einem krummen Zeh lasse ich sie leben. Das kostet zwar Futtergeld. Egal! Und wenn man sich irgendwann am Essenstisch wieder trifft, dann muss ich auch kein schlechtes Gewissen haben“, sagt sie mit einem breiten Lächeln.

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