Corona-Impfung bei den Hausärzten gestartet
„Wir gehen zunächst aktiv auf Patienten zu“

Coesfeld. Sie ist gestartet, die Corona-Impfung in den Hausarztpraxen in Coesfeld. Und bislang sei sie gut angelaufen, sagt Dr. Ludger Höing vom Vorstand des Coesfelder Ärzterings. „Da jede Praxis selbst entscheiden kann, ob sie teilnimmt, kann ich nicht genau sagen, wie viele es insgesamt sind. Aber pro teilnehmender Praxis stehen in dieser und der nächsten Woche maximal rund 50 Impfdosen in der Woche zur Verfügung. Aktuell, weil wir den Stoff von BionTech bekommen haben, 48 Dosen, um genau zu sein.“ Ob es in absehbarer Zeit bei dieser Menge bleibt, das könne er nicht vorher sagen. „Wir bestellen einmal in der Woche und bekommen dann Bescheid, wie viel wir tatsächlich erhalten.“ Auch einen Einfluss darauf, welchen Impfstoff es gebe, hätten die Hausarztpraxen nicht, darüber entscheide die Verfügbarkeit.

Donnerstag, 08.04.2021, 06:48 Uhr
Corona-Impfung bei den Hausärzten gestartet: „Wir gehen zunächst aktiv auf Patienten zu“
Dr. Ludger Höing konnte, genau wie andere Hausarztpraxen auch, in dieser Woche mit den Corona-Impfungen starten. Rund 50 Dosen stehen ihm aktuell pro Woche zur Verfügung. Die Priorisierung erfolgt sowohl über die geltende Corona-Impfverordnung als auch durch eine individuelle Entscheidung des Arztes mit Blick auf Alter und Vorerkrankungen der Patienten. Foto: az

Bei der Priorisierung der Patienten gelte auch dort prinzipiell die aktuelle Corona-Impfverordnung. „Aber die Ärzte haben eine gewisse Flexibilität. Wir kennen unsere Patienten und impfen zunächst diejenigen im hohen Alter und/oder mit entsprechenden Vorerkrankungen“, so Dr. Höing. Heißt: „Man kann sich bei uns zum Beispiel zwar auf eine Liste setzen lassen und seine Bereitschaft damit bekunden, aber wir gehen zunächst aktiv auf unsere Patienten zu und sprechen sie an.“ Weil das viele wissen, habe es jetzt keinen übermäßigen Ansturm gegeben. „Es gilt also nicht das Prinzip, wer sich zuerst meldet, wird zuerst geimpft“, bittet der Allgemeinmediziner noch um etwas Geduld. „Am liebsten würde ich ja alle Patienten sofort impfen, aber das geht leider nicht.“ Für die Impfreihenfolge hätten die Patienten aber Verständnis. „Denjenigen, die bettlägrig sind oder aus anderen Gründen nicht das Haus verlassen können, statten wir auch einen Hausbesuch ab.“ Genau wie die mobilen Teams des Impfzentrums.

Den Patienten stehe es frei zu entscheiden, ob sie den aktuell verfügbaren Impfstoff haben möchten oder nicht. „Das kann jeder selbst entscheiden.“ Aber dann seien gegebenenfalls erst andere an der Reihe, die sich für den Impfstoff entscheiden. „Wir sehen, dass viele sich bereits sehr gut informiert haben, aber wir beraten natürlich grundsätzlich jeden und prüfen die Impffähigkeit. Es ist immer Raum für Fragen“, so Dr. Höing.

Die Lagerung des Impfstoffes sei kein Problem. „Über den Großhandel kommt er zu den Apotheken, wir erhalten den Stoff dann aufgetaut. Er ist in diesem Zustand in unseren normalen Kühlschränken, in denen auch andere Impfstoffe lagern, 120 Stunden, also fünf Tage haltbar. Bevor wir ihn verimpfen, wird er noch entsprechend von uns aufbereitet.“

Dr. Höing begrüßt den Impfstart in den Praxen. „Die Lösung kann nur sein, den Impfstoff in der Breite anzubieten, ähnlich wie andere Impfungen auch. Zudem ist das Angebot viel niedrigschwelliger.“ So würden auch diejenigen, die nicht so mobil sind, nicht durch das Raster fallen.

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