Der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel wird Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung
„Nochmal etwas ganz Neues anpacken“

Coesfeld. Ein gutes halbes Jahr nach seiner herben Niederlage bei der Bürgermeisterwahl orientiert sich der damalige Kandidat und heutige CDU-Fraktionschef im Stadtrat, Gerrit Tranel, beruflich neu. Der bisherige Geschäftsführer des Fachbereichs Bus beim Zweckverband Mobilität Münsterland (ZVM) kehrt zu seinem früheren Arbeitgeber, dem Kreis Coesfeld, zurück, der ihn für die Aufgabe beim ZVM ausgeliehen hatte. „Ich habe Lust, jetzt mit Anfang 50 noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen“, erklärte der 52-Jährige gegenüber der AZ. Im „Mutterhaus“ habe er dafür nun „die tolle Chance“ bekommen. Der diplomierte Wirtschaftsgeograph wird zum 1. Mai 2021 neuer Leiter der Abteilung „Bauen und Wohnen“ bei der Coesfelder Kreisverwaltung. Diese Stelle ist bereits seit dem 1. Oktober 2020 vakant, nachdem der bisherige Leiter Ludger Brinkmann zur Stadt Münster gewechselt war.

Freitag, 09.04.2021, 06:20 Uhr
Der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Gerrit Tranel wird Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung: „Nochmal etwas ganz Neues anpacken“
Zurück ins „Mutterhaus“: Gerrit Tranel (links) wird neuer Abteilungsleiter „Bauen und Wohnen“ bei der von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr geführten Kreisverwaltung. Nach der Niederlage gegen Eliza Diekmann bei der Bürgermeisterwahl hat er eine neue berufliche Herausforderung gefunden. Foto: Kreis Coesfeld Foto: az

Eigentlich ist es die klassische Stelle für einen Bau-Ingenieur und war auch in der Vergangenheit immer so besetzt. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr sieht da aber kein Problem: „Gerrit Tranel ist eine erfahrene Führungskraft“, erklärte er. Er habe sich im Rahmen seiner kommunalpolitischen Tätigkeit im Rat der Stadt Coesfeld bereits intensiv mit dem Bau- und Planungsrecht beschäftigt. Die Abteilung beim Kreis steht nach Angaben des Landrats „vor bedeutenden Veränderungen, so unter anderem in der Digitalisierung von Genehmigungsverfahren.“ Da erhofft er sich Impulse von Tranel. Der habe seit Jahren und zuletzt als Geschäftsführer Bus beim ZVM bereits „gute Arbeit auch im Bereich der Digitalisierung von Prozessen geleistet und eine Vielzahl von innovativen Prozessen im Bereich ÖPNV initiiert und umgesetzt“, so Schulze Pellengahr.

Tranel hatte sich selbst aktiv beim Kreis Coesfeld beworben. Über die Jahre hatte es beim ZVM in der kreisübergreifenden Zusammenarbeit im Busverkehr immer wieder mal im Gebälk geknirscht. Das lag nach übereinstimmender Einschätzung von Insidern nicht an Tranel, sondern vor allem daran, dass die ehrenamtlichen Politiker im Coesfelder Kreistag diesen Bereich aktiv mitgestalten wollen, während er in den anderen Kreisen hauptsächlich als „Verwaltungssache“ gilt. „Das war manchmal schon nicht leicht, da immer die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen“, räumte Tranel ein. Seine Antriebsfeder, sich wegzubewerben, bekräftigte er, sei aber nicht dieser Hintergrund, sondern der Wunsch, „nochmal etwas ganz Neues anzupacken“.

Vom Gehalt her verbessert er sich durch den Wechsel von Münster nach Coesfeld nicht. Beide Positionen werden nach Auskunft des Kreises Coesfeld nach der Entgeltgruppe E15 des Tarifs für den öffentlichen Dienst je nach Stufe mit bis zu 7000 Euro brutto vergütet. Es erfolge „eine wertgleiche Verwendung“, so Kreis-Sprecher Wolfgang Heuermann.

Die anderen am ZVM-Busbereich beteiligten Kreise wollten sich zum Wechsel in der Geschäftsführerposition und eventuellen Konflikten mit dem Kreis Coesfeld als Hintergrund der Personalmaßnahme nicht äußern. „Kein Kommentar“, meinte Thomas Fromme, Sprecher des Kreises Warendorf. „Die Personalentscheidungen anderer Kreise kommentieren wir nicht“, hob auch Karlheinz Gördes, Sprecher des Kreises Borken, hervor.

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