Modellregionen starten am Montag
Kultur in kleinen Schritten öffnen

Coesfeld. Zum Start ins Modellregionen-Projekt, das ab kommenden Montag schrittweise Öffnungen im Kreis Coesfeld ermöglichen soll, werden die Testkapazitäten in der Stadt massiv ausgeweitet. Bürgermeisterin Eliza Diekmann hofft, mit den zusätzlichen Testzentren, die – wie berichtet – seitens des DRK an der Osterwicker Staße sowie durch einen privaten Anbieter an der Diskothek Fabrik entstehen sollen, bereits zum Wochenende hin starten zu können.

Mittwoch, 14.04.2021, 11:02 Uhr
Modellregionen starten am Montag: Kultur in kleinen Schritten öffnen
Im Zuge des Projekts „Kultureck“ sollen zunächst Bürgerhalle, Konzert Theater und Kino schrittweise und wissenschaftlich durch umfassende Test begleitet wieder öffnen dürfen. Fotos: Archiv Foto: az

Nach wie vor sei Lette noch ein Sorgenkind. In Gesprächen sei man mit dem BHD. „Es ist schade, dass in Lette noch kein Testzentrum steht“, will Diekmann Unternehmen, örtliche Vereine und Institutionen oder auch Privatpersonen aufrufen, sich in diesem Feld zu engagieren. Viele Gespräche habe sie diesbezüglich bereits geführt und grundsätzlich Bereitschaft erfahren. „Einige haben aber dann wieder einen Rückzieher gemacht, weil sie in Vorleistung treten müssten und ihnen die Finanzierung zu unsicher war“, erklärt Diekmann, dass die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe schon signalisiert habe, dass vor Mai keine Rückzahlung erfolgen werde.

Dennoch könne sich beispielsweise auch der Kreissportbund Coesfeld vorstellen, ein eigenes Testzentrum zu eröffnen, wenn in den Modellprojekten künftig auch der Sport zum Zuge kommt. „Die Konzepte liegen in der Schublade, aber wir warten noch die Öffnungen ab“, erklärt Jens Wortmann von der Geschäftsführung des Kreissportbundes auf AZ-Nachfrage.

Auch dass Unternehmen ihren Mitarbeitern nun das offizielle Testzertifikat des Landes ausstellen dürfen, sei eine Erleichterung. Solche dezentralen Tests änderten „automatisch die Kapazitäten“, sagt Diekmann. Ausruhen will sie sich darauf aber nicht. Denn wenn auf absehbare Zeit auch die Außengastronomie wieder öffnen solle, müsse es auch in der Innenstadt weitere Testmöglichkeiten geben.

Bis zum Wochenende soll nun die Basis stehen. „Wenn wir die Kapazitäten haben, werden wir das auch bewerben nach dem Motto: Ganz Coesfeld testet sich durch“, blickt Eliza Diekmann voraus. Optimal wäre es, wenn dies sogar vor dem Start in das Modellregionen-Projekt am Montag gelänge.

Dabei ist der Bürgermeisterin wichtig zu betonen, dass die Angst vor einem Modell nach dem Prinzip Tübingen unbegründet sei. „Es wird keine flächendeckenden Öffnungen geben.“ In Kombination mit dem DRK-Testzentrum am Freibad soll zunächst das Projekt „Kultureck“ mit kleinen Schritten starten. Dieses sieht die Öffnung von Konzert Theater, Kino und Bürgerhalle vor. Mindestens 1000 Tests am Tag seien allein dort nach Angabe von Christoph Schlütermann möglich. „Die Umsetzung des Modellprojekts darf nicht daran scheitern, dass wir zu wenig Testkapazitäten haben“, betont der Vorstand des DRK-Kreisverbandes. Daher hat das DRK parallel auch seine Öffnungszeiten insgesamt ausgeweitet. „Wir haben jetzt ganztägig geöffnet und bieten im gesamten Kreisgebiet 400 bis 500 Öffnungsstunden pro Woche an“, sagt Schlütermann. Zusätzlich sei ein Drive-in in Planung.

„Wir sehen Öffnungen natürlich auch kritisch zu einem Zeitpunkt, an dem Schulen weiter im Distanzunterricht arbeiten“, räumt Eliza Diekmann ein. „Allerdings haben wir jetzt den Zuschlag und damit auch den Auftrag bekommen, das Projekt durch Tests wissenschaftlich begleitet umzusetzen.“ Alles jedoch unter der Prämisse, dass die Zahlen nicht wieder ansteigen.

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