Umweltausschuss diskutiert: Können mehr Behälter das Müllproblem lösen helfen?
Immer wieder schwarze Hundekotbeutel am Wegesrand

Coesfeld (ds). Noch vor wenigen Wochen hat die AZ darüber berichtet: Abfall, achtlos weggeworfen, und die Hinterlassenschaften von Hunden auf vielen Plätzen und Wegen ärgern die Coesfelder. Auch bei der jüngsten Sammelaktion wurde zu Hauf Wohlstandsmüll wie Flaschen und Dosen zutage gefördert. Die CDU-Fraktion hat vor diesem Hintergrund beantragt, doch mal zu prüfen, ob es im Stadtgebiet ausreichend Abfallbehälter gibt – insbesondere an den von Spaziergängern und „Gassigängern“ hochfrequentierten Strecken.

Donnerstag, 22.04.2021, 11:41 Uhr
Umweltausschuss diskutiert: Können mehr Behälter das Müllproblem lösen helfen?: Immer wieder schwarze Hundekotbeutel am Wegesrand
Mehr Kotbeutelspender und Mülleimer – wie hier in Billerbeck – könnten auch in Coesfeld eine Lösung des Problems sein. Foto: az

„Wir brauchen mehr Mülleimer an den Hundelaufstrecken“, unterstützte Vorsitzende Sarah Albertz (Grüne) im Umweltausschuss den CDU-Vorstoß. Ihre Fraktionskollegin Barbara Sieverding berichtete, dass am Wiedauer Weg immer wieder schwarze Hundekotbeutel ins Grün geworfen würden. Ein Beispiel aus Lette, wo ein Grundstücksbesitzer seine Kinder nicht mehr im eigenen Garten spielen lassen könne, weil fremde Hunde dort koten, brachte Silke Hellenkamp (CDU). „Vielleicht würde da ein Eimer helfen“, meinte sie. Markus Köchling (CDU) berichtete, dass es nicht zuletzt im Zuge der Pandemie immer mehr Hundebesitzer gebe. Durch mehr Behälter, könnten mehr der schwarzen Beutel ordentlich entsorgt werden.

Andre Kretschmer (SPD) bezweifelte, ob das Problem grundsätzlich durch mehr Behälter gelöst werden kann: „Das könnte auch kontraproduktiv sein.“ Auch Heinrich Volmer (Pro Coesfeld) meinte, dass man eher an die Bevölkerung appellieren sollte, ihren Müll mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen. Bei den Hundekotbeuteln könne das bei längeren Spaziergängen und wenn man dann auch noch Kinder mit Eis dabei hat, aber ein Problem sein, wandte Albertz ein und warb für zusätzliche Gefäße.

Aber wo sollen die alle stehen? fragte Erster Beigeordneter Thomas Backes: „Hundelaufstrecken gibt es so viele wie Hunde.“ Die Verwaltung bat darum, jetzt nicht damit belastet zu werden, ein Konzept zu erarbeiten. „Es gibt einen Mängelmelder“, wies Backes auf das bestehende Beschwerdemanagement hin. Wolfgang Zeisberg, zuständiger Teamleiter bei der Stadtverwaltung, berichtete, dass es im Stadtgebiet schon 655 Behälter gibt, die ein bis sieben Mal wöchentlich geleert würden. Kostenpunkt im Jahr: über 92 000 Euro. Die CDU zog schließlich ihren Antrag zurück. Alle Politiker wollen sich jetzt zunächst in ihren Wahlkreisen umhören, wo tatsächlich Bedarf besteht.

7 Kennen Sie eine Stelle, an der Mülleimer oder Kotbeutelspender fehlen? Schreiben Sie uns unter coesfeld@azonline.de. Die AZ leitet die Anliegen an Politik und Verwaltung weiter und hakt kritisch nach, wie sie das Problem angehen.

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