Gesundheitsforum
„Warnhinweise ernst nehmen“

coesfeld. Ein plötzlicher Herztod gehört neben Herzinfarkt und Krebserkrankungen in Westeuropa zu den häufigsten Todesursachen. Einer von neun Männern ist gefährdet, an plötzlichem Herztod zu sterben, bei Frauen ist die Quote ein wenig tiefer. Neben stoffwechselbedingten Faktoren gehören hoher Blutdruck, Fettwerte, Diabetes und Rauchen zu den Risikofaktoren. Die Christophorus-Kliniken und die VHS bieten im Rahmen des Gesundheitsforums Coesfeld einen Vortrag zum Thema „Ist der plötzliche Herztod vermeidbar?“ an. Es referiert Dr. Markus Emmerich, Oberarzt der Medizinischen Klinik 2 bei den Christophorus-Kliniken. Dr. Emmerich gibt an diesem Abend Hinweise zur Vorbeugung und zur Unterstützung im Erkennen von Alarmzeichen.

Montag, 18.11.2019, 10:18 Uhr
Gesundheitsforum: „Warnhinweise ernst nehmen“
Dr. Markus Emmerich ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie bei den Christophorus-Kliniken. Foto: az

Der Vortrag findet am kommenden Mittwoch (20. 11.) bei der VHS im WBK Forum Coesfeld an der Osterwicker Straße 29 statt. Er beginnt um 19 Uhr und ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Vorfeld des Abends führte unser Redaktionsmitglied Hans-Jürgen Barisch folgendes Interview mit dem Referenten.

Was versteht man unter dem plötzlichen Herztod?

Dr. Markus Emmerich: Der plötzliche Herztod ist definiert als ein plötzliches Todesereignis ohne vorausgegangene akute Erkrankung. Zum plötzlichen Herztod gehören auch die Ereignisse, bei denen der Betroffene etwa eine Stunde vor dem Tod über Luftnot oder Brustenge geklagt hat sowie die Betroffenen, die tot aufgefunden wurden, aber noch bis zum Vortag einen gesunden Eindruck gemacht haben. Voraussetzung ist auch eine natürliche Todesursache ohne Fremd- oder Eigeneinwirken, wie zum Beispiel bei einem Unfall.

Was sind die hauptsächlichen Ursachen?

Dr. Markus Emmerich: Die Ursachen hängen stark vom Alter der Person ab. Bei Menschen unter 40 Jahre sind Herzmuskelentzündungen und angeborene Herzerkrankung die häufigste Ursache. Bei über 40-Jährigen steht die koronare Herzerkrankung ursächlich weit im Vordergrund.

Gibt es Alarmsignale, auch wenn hier vom „plötzlichen“ Herztod die Rede ist?

Dr. Markus Emmerich: Ja, in vielen Fällen sind plötzlich auftretende Luftnot begleitet von Brustenge und Schwindel, manchmal auch vorausgegangene Bewusstlosigkeit als Warnsignale zu werten. Insbesondere bei Menschen mit vorerkranktem Herzen sind diese Symptome sehr ernst zu nehmen.

Kann man noch helfen, wenn der Ernstfall eingetreten ist, was ist zu tun?

Dr. Markus Emmerich: Die genannten Warnhinweise sollten ernst genommen werden und zur Alarmierung des Rettungsdienstes Anlass geben. Durch schnelle Hilfe kann manchmal ein tragischer Verlauf abgewendet werde. Wichtig ist auch die Ersthilfe bei einem Kreislaufstillstand. Eine Laien-Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann entscheidend dazu beitragen, dass ein plötzlicher Herztod verhindert wird und eine Hirnschädigung bei überlebtem plötzlichen Herztod verhindert bzw. verringert wird. Wir bieten in der kardiologischen Abteilung Laien-Reanimationskurse an, die dazu beitragen, die Reanimationen technisch zu verbessern und die Hemmschwelle abzubauen, mit einer Wiederbelebung zu beginnen.

Was kann man selbst vorbeugend tun?

Dr. Markus Emmerich: In den meisten Fällen liegt dem plötzlichen Herztod eine strukturelle Herzerkrankung zugrunde. Routineuntersuchungen und Check-up-Programme der hausärztlichen Versorgung tragen häufig zum frühzeitigen Erkennen dieser Erkrankungen bei. Durch optimale Behandlung und fachärztliche Anbindung kann dem individuellen Risiko mit den entsprechenden Vorbeugemaßnahmen begegnet werden, zum Beispiel angepasste körperliche Belastung oder sogar Implantation von Defibrillatoren bei Hochrisiko-Personen. Aufgrund des hohen Anteils der koronaren Herzerkrankung mit Herzinfarkten und Herzschwäche unter den Betroffenen ist natürlich eine herzgesunde Lebensweise mit angepasster sogenannter mediterraner Ernährung, regelmäßiger Bewegung und insbesondere Verzicht auf Rauchen eine gute Vorbeugung für den plötzlichen Herztod.

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