Junge-Szene-Mitglied Leon Seyock wagt einen Fallschirmsprung
Über den Wolken...

STADTLOHN. „Nur keine Angst, es kann nichts passieren!“ Ach Quatsch, wie kann man denn auch auf die Idee kommen, in 4000 Metern Höhe und bei einer geöffneten Flugzeugtür Angst zu bekommen? „Einfach Augen öffnen und ganz viel Spaß haben!“, wird mir noch zugerufen. Das sind meine letzten Gedanken, bevor wir mit über 200 km/h den Wolken und der Erde entgegenrasen.

Samstag, 13.08.2016, 10:18 Uhr

Junge-Szene-Mitglied Leon Seyock wagt einen Fallschirmsprung : Über den Wolken...
...muss die Freiheit wohl grenzenlos sein – Leon Seyock hat in Stadtlohn einen Tandemsprung aus 4000 Metern Höhe gewagt. Ein unvergessliches Erlebnis, wie das Junge-Szene-Mitglied im Nachhinein berichtet. Fotos: Marco da Silva Foto: az

Schon lange hatte ich den Wunsch, einen Fallschirmsprung zu wagen, und dann wurde er endlich wahr.

Ein paar Tage vorher hatte ich den Sprung im Internet gebucht, allerdings ohne zu wissen, was da genau auf mich zukommen wird. Als es dann an dem Sonntag so weit ist, geht es zu „Skydive Stadtlohn“. Das Team istwirklich cool drauf und alles vor, während und nach dem Sprung ist perfekt organisiert.

Nach der Anmeldung habe ich noch etwas Zeit bis zum eigentlichen Sprung. Währenddessen schaue ich mir schon mal auf der Startbahn das Flugzeug an, das mich gleich in die hohen Lüfte bringen wird. Auf einem Bildschirm sind übrigens alle Namen der Springer abgebildet, außerdem ist zu sehen, wer wann mit welchem Flugzeug abheben wird. Irgendwo dazwischen steht dann schließlich auch mein Name. Einige Zeit vorher darf ich mir einen schicken Anzug überziehen und die Einweisung geht los: Uns Springern wird ganz genau erklärt, was wir wann machen müssen. Schon da bin ich überfordert, weil ich genau weiß, dass ich beim Sprung sowieso wieder alles vergessen habe. Ein bisschen sparsam gucken wir aber alle, als uns verkündet wird, dass wir mit Geschwindigkeiten von gut 220 km/h fallen. Das klingt nach Nervenkitzel und Adrenalin der Extraklasse. Nachdem noch einige andere wichtige Sachen besprochen wurden, geht es auch schon zur Startbahn. Zu dem Zeitpunkt bin ich komischerweise nur ein bisschen nervös. Meine Omas hingegen haben ihr Herz scheinbar in der Hose hängen, sie haben wohl mehr Angst als ich selbst.

Im Flugzeug ist es zwar eng, aber das ist ja bekanntlich gemütlich. Die Tür wird zugeschoben und unser Flugzeug hebt vor den winkenden Leuten ab. Gut 20 Minuten dauert es, bis wir 4000 Meter hoch fliegen. Die Aussicht unter und über den Wolken ist wirklich fantastisch. Ein bewölkter Himmel sei zum Springen optimal. Denn dann habe man nicht nur Erde unter sich, sondern fliege auch durch die Wolken, meinen erfahrene Springer.

Die Luke wird aufgeschoben und die ersten Springer legen los. So schnell kann man überhaupt nicht gucken; sie sind sofort klein wie Ameisen. Und jetzt bekomme ich es auch mit der Angst zu tun, ein Zurück gibt es aber nicht. Fest verbunden mit meinem Tandem-Piloten Rainer robben wir zur Tür. Obwohl wir extra während der Zeit im Flugzeug alles noch mal durchgesprochen hatten, beachte ich gefühlt die Hälfte von allem nicht. Naja, wir sitzen jedenfalls auf der Kante und mit einem Mal bleibt mir die Luft weg. Ein wahnsinniges Gefühl, so schnell zu fallen! Du hast keinen Boden oder so etwas unter dir, du fällst einfach. Nach ein paar Sekunden realisiere ich überhaupt erst, dass ich so schnell falle. Und das ist mit eins der coolsten Gefühle, die ich je erlebt habe! Im Flug versuche ich sogar, den Kameramann, der mich filmt, zu greifen, was sogar klappt. So posieren wir ein wenig vor der Kamera und schon geht es ab in die Wolken. Die Aussicht darüber ist einfach spektakulär, alles sieht aus wie Zuckerwatte.

Als dann die Erde unter den Wolken in Sicht ist, öffnet Rainer den Fallschirm und wir schweben entspannt durch die Luft. Den Fallschirm kann ich später teilweise sogar selbst lenken und Rainer löst zwei von vier Sicherungen, sodass ich zwischendurch das Gefühl habe, ich sei alleine. Nicht schlecht!

In der Luft proben wir dann schon mal die Landung: Beine im 90-Grad-Winkel anheben und mit den Armen hochziehen. Genauso landen wir dann, direkt vor meiner Familie und weiteren Zuschauern, weich auf einem Feld. Ich kann kaum glauben, was da in den letzten Minuten passiert ist. So einen Adrenalinkick bekommt man selten. Das Team verabschiede ich mit „bis zum nächsten Mal“, denn ich werde garantiert noch mal wiederkommen!

Wer überlegt, einen Fallschirmsprung zu machen: Auf gehts! Das Geld ist es in jedem Fall wert und man hat eine Erfahrung gemacht, die man so schnell wohl nicht vergisst.

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