Junge-Szene-Mitglieder schnitzen Kürbisse / Spezielles Werkzeug nützlich / Brauch zur Geistervertreibung
Der schnelle Tod des Mr. Sexy

Coesfeld. Sie sehen meistens doch irgendwie niedlich aus, auch wenn sie komische Grimassen ziehen. Die Rede ist nicht von irgendwelchen Gruselclowns, sondern von Kürbissen, denen Menschen Gesichter verpasst haben.

Freitag, 28.10.2016, 13:04 Uhr

Junge-Szene-Mitglieder schnitzen Kürbisse / Spezielles Werkzeug nützlich / Brauch zur Geistervertreibung : Der schnelle Tod des Mr. Sexy
Die Kürbisse schnitzt die Jugendredaktion in der AZ-Küche. Dabei sind die verschiedensten Grimassen entstanden, und das nicht nur bei den Kürbissen, denn angeekelte Gesichtsausdrücke waren nicht selten. Foto: az

Zur Vertreibung von bösen Geistern schnitzte man damals gruselige Grimassen in Rüben und beleuchtete die ausgehöhlten Exemplare von innen. Später stieg man auf Kürbisse um, da diese leichter zu bearbeiten sind. Und schon war die Halloween-Schnitzerei geboren.

Heutzutage stellt man sich die beleuchteten Kürbisse eher weniger zum Vertreiben von Geistern vor die Tür, ganz im Gegenteil: Man lockt sie sogar an. Wenn es am 31. Oktober „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ heißt, werden die Kürbisse mit verschiedensten Gesichtsausdrücken um die Wette leuchten. Um bestens auf Montagabend vorbereitet zu sein, hat sich die Jugendredaktion an Kürbis und Messer begeben.

Bevor es losgeht, muss der Tisch mit Zeitungspapier ausgelegt werden. Das empfiehlt sich auch, denn durch die „Innereien“ der Kürbisse bleibt wohl kein Tisch sauber. Die erste Schwierigkeit stellt sich dann schon beim Aufschneiden des Kürbisses. Messer werden von oben oder von der Seite in das Gewächs gerammt. Früher oder später hatten alle ihren Kürbis offen und begannen mit dem Aushöhlen. „Meine Finger sind ja ganz gelb“, meint Sophia und guckt entsetzt. „Vielleicht die Pest“, sagt Laura und beruhigt sie ein bisschen. Der grobe Inhalt kann tatsächlich besser mit der Hand ausgenommen werden, der Rand wird dann mit einem Löffel abgekratzt – oder mit einem speziellen Kürbis-Kratzer, wie Sophia ihn später verwendet. „Ich dachte, das wäre nur Geldmacherei“, sagt Johanna überrascht. Ist es aber nicht, denn durch die Zacken entfernt man gleichmäßig das Fruchtfleisch und reißt nicht, wie oft mit einem Löffel, ganze Brocken raus. Der Inhalt des Kürbisses muss übrigens nicht in die Tonne fliegen, das wäre zu schade. Es gibt im Internet tolle Rezepte, für die man das Fleisch und die Kerne benötigen kann. Da wäre zum Beispiel die alt bekannte Kürbissuppe. Den Inhalt der Kürbisse will Florian mit zu sich nach Hause nehmen. Schön brav sammelt die Redaktion das Fleisch und die Kerne, als er dann aber die Sauerei in der AZ-Küche sieht, verzichtet er doch darauf.

Fast zeitgleich beginnen alle mit dem eigentlichen Schnitzen des Kürbisses. Zunächst malt dazu jeder mit einem Stift vorsichtig die Konturen auf die Schale. Alina und Alicia entscheiden sich für ein Objekt mit großen Mund und Augen mit Augenbrauen, Pia und Johanna basteln an einem Kürbis mit Zahnausfall und Sophia und Laura versuchen sich an lauter X-en. Schnell ist für ihr Exemplar auch der passende Name gefunden: Mister Sexy. Wie treffend. Anstatt über den Namen zu diskutieren, fangen Alina und Alicia lieber direkt mit dem Schnitzen an. Im Zickzack schneiden sie rauf und runter und verpassen dem Kürbis so ein großes Loch.

Als die Augen fertig sind und sie den Deckel zur Probe auflegen, stellen sie fest: Der hat ja sogar Haare! Da der Stiel vorher im Regen weich geworden ist, hängt er nun über den Augen. Johanna ist noch damit beschäftigt, das Messer ins Kürbis-Auge zu rammen. Mit Wucht zieht sie es wieder raus und sticht ein weiteres Mal zu. Die Feinheiten werden dann aber nicht ganz so rabiat behandelt. Dafür kommt ein kleines Sägemesser aus dem Schnitz-Set zum Einsatz. „Das geht super damit“, stellt sie fest. „Wir möchten auch so eins haben“, meint Laura und wartet, bis Johanna fertig ist. Sie schneiden sieben Mal ein X in ihren Kürbis. Im Gegensatz zu den anderen scheint Mister Sexy also schon tot zu sein... Happy Halloween!

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