Netflix-Serie
Zweite Staffel von Dark: Großartiges Gesamtwerk

Darauf haben die Fans der deutschen Mystery-Serie lange gewartet. Nun hat Netflix die zweite Staffel von Dark veröffentlicht – mit acht Folgen zu je einer Stunde zwar etwas kürzer als die erste Staffel – aber nicht minder spannend.

Samstag, 06.07.2019, 09:44 Uhr aktualisiert: 07.07.2019, 12:15 Uhr
Netflix-Serie: Zweite Staffel von Dark: Großartiges Gesamtwerk
Jonas (Louis Hofmann) muss in der zweiten Staffel von Dark erkennen, dass das Schicksal der Welt in der Schwebe ist. Foto: Netflix Foto: az

In der ersten Staffel wechselt Dark irgendwo zwischen düsterem Teeniedrama und Generationengeschichte, außerdem gab es Zeitreisen. In der zweiten Staffel legt Regisseur Baran bo Odar noch einen drauf und die acht Folgen erlauben es einem kaum noch, überhaupt wegzuschauen. Oder wegzudenken.

Die Erzählebene wird um das Jahr 1921 erweitert und auf einmal ist Protagonist Jonas (Louis Hofmann) mit seiner charakteristischen gelben Regenjacke in etwas viel Tieferem verstrickt, als dem Verschwinden junger Kinder.

Die Serie nimmt sich dieses Mal jedoch gefühlt mehr Zeit, ihre Handlung und nicht ihre Charaktere zu zeigen. Was in der ersten Staffel eher wie eine Schwäche wirkte, wird zur Stärke. Es geht nicht darum, wie sich ein Charakter fühlt. Für das große Ganze ist es egal, wie sehr die Mutter um ihren verlorenen Sohn trauert. Denn es geht nicht nur um das eine in der Zeit verschwundene Kind oder die drei Jungen, die unter mysteriösen Umständen zu Tod gekommen sind.

Es geht um die Zeit, die sich in einem 33-jährigen Zyklus immer wiederholt und in der die Akteure zwischen diesen verschiedenen Jahren hin- und herspringen – vom Jahr 1921 kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs, bis zum post-apokalyptischen 2053, in dem die Menschheit tot ist und niemand mehr das Gelände des AKW Winden betreten darf.

Es ist vielleicht etwas kompliziert mit den ganzen Zeitlinien und den Versionen der Charaktere (bei den meisten sind es drei) nicht durcheinander zu kommen – oder mit den Verwandheitsgraden dieser Charaktere – doch es lohnt sich. Dark will das Hirn anstrengen und Emotionen auslösen – mit Bildern und Tönen, die nicht gelungener gewählt sein könnten.

Die Soundkulisse von Dark ist voll, aber nicht überfüllt und wenn man sich darauf einlassen will, dann ist die zweite Staffel von Dark ein unglaublich harmonisches Gesamtwerk, das zum Mitdenken auffordert. 

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