Schulsanitätsdienst hilft bei kleineren und größeren Beschwerden 
In Notfällen nach dem ABCDE-Schema helfen

Ob bei einem kleinen Schnitt ein Pflaster benötigt wird, sich ein Schüler den Kopf gestoßen hat und einen Kühlakku braucht oder sich sogar mal böse verletzt hat und dringend auf Erste Hilfe angewiesen ist – Schulsanitäter sind stets zur Stelle und kümmern sich.

Freitag, 06.03.2020, 11:58 Uhr
Schulsanitätsdienst hilft bei kleineren und größeren Beschwerden : In Notfällen nach dem ABCDE-Schema helfen
An Reanimationspuppen üben diese Mädels hier die Herzdruckmassage, die beispielsweise bei Personen zum Einsatz kommt, die einen Herzinfarkt erlitten haben. Fotos: Tom Gernemann Foto: az

Doch wie sieht eigentlich der Alltag beim Schulsanitätsdienst (SSD) aus? Wie wird man eigentlich SSDler? Und was macht man, wenn man zu einem Einsatz gerufen wird? Diesen Fragen geht die Junge Szene bei der SSD-Fortbildung des Gymnasiums Nepomucenum auf den Grund und bekommt nebenbei auch noch den einen oder anderen Tipp von den Profis zum Verhalten in Notfallsituationen.

Draußen ist es schon dunkel. Drinnen in der Sirksfelder Schule, wo die Fortbildung stattfindet, brennt allerdings noch in allen Räumen Licht und durch die Fenster sind mehrere Reanimationspuppen zu erkennen. An diesen üben die Schüler fleißig, wie man Menschen wiederbelebt. Denn auch die erfahrenen SSDler können noch einiges von den wirklichen Profis lernen. Die Fortbildung wird nämlich von Rettungssanitätern, Intensivpflegern und anderen Experten in diesem Bereich gehalten, wie Leonie Roters und Mattis Rinke erklären. Die beiden besuchen zurzeit die zehnte Klasse des Nepomucenums und sind schon seit anderthalb Jahren mit Feuereifer dabei. Mattis hat sogar den Plan, in Zukunft einen Beruf bei der Feuerwehr oder in der Notfallmedizin zu ergreifen. „Darauf bin ich erst durch den SSD gekommen“, erzählt Mattis.

Doch auch wenn er noch nicht zu Autounfällen und Schlaganfällen gerufen wird, gibt es beim Schulsanitätsdienst schon einiges für ihn zu tun. Wie in jeder Schule passieren auch am Nepomucenum immer wieder kleine und manchmal auch größere Unfälle, bei denen die Schüler froh sind, dass ausgebildete Ersthelfer vor Ort sind: „Alltägliche Probleme sind zum Beispiel, wenn sich jemand schneidet, stößt oder Bauchschmerzen hat“, erklärt Leonie. „Wenn mal größere Probleme auftreten, für die wir sogar aus dem Unterricht geholt werden müssen, dann schnappen wir uns als erstes einen Rucksack, in dem allerlei Ausrüstung, wie Pflaster und Verbände, aber auch zum Beispiel eine Pupillenleuchte vorhanden ist, mit der man die Gehirnaktivität testen kann“, fügt Mattis hinzu. Danach gehen die Schulsanitäter nach dem sogenannten ABCDE-Schema vor. „Das ist die klassische Vorgehensweise eines Ersthelfers und das, was jeder machen sollte, der an einen Unfallort kommt und dort auf eine verletzte Person trifft“, sagt Leonie. Erst überprüft man die Atemwege (Airways) und die Atmung (Breathing). Dann geht es mit der „Circulation“ (Kreislauf) weiter. Hier kann man unter anderem den Puls messen, um festzustellen, ob alles in Ordnung ist. „Als nächstes überprüfen wir die Ansprechbarkeit des Verletzten“, führt Mattis weiter aus. Im Fachjargon heißt das auch neurologischer Zustand (Disability). Hier können die Ersthelfer auch die Pupillenleuchte verwenden, um festzustellen, ob die Pupillen zum Beispiel nicht mehr kreisförmig sind oder verlangsamt reagieren. „Dann liegt eventuell eine Verletzung des Gehirns vor“, meint Leonie. Zuletzt sollte man dann noch auf die Umwelt (Environment) achten und zum Beispiel für den Wärmeerhalt des Verletzten sorgen. „Eine Sache, die man dabei aber nie vergessen darf, ist, bei schwerwiegenden Verletzungen und immer bei Bewusstlosigkeit auch einen Rettungswagen und einen Notarzt zu rufen,“ betont Mattis.

All das und vieles mehr lernen die beiden beim SSD. Zu ihrem Alltag gehören aber zum Glück eher die kleineren Verletzungen und die Erstversorgung erkrankter Schüler. Und das macht ihnen großen Spaß: „Es ist einfach ein tolles Gefühl den Mitschülern zu helfen,“ strahlt Leonie.

Wer nun Interesse hat, beim Schulsanitätsdienst mitzumachen, sollte sich einfach mal an seiner Schule bei dem zuständigen Lehrer erkundigen. Sicherlich gibt es auch dort bald wieder Lehrgänge. Tom Gernemann

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