Sebastianschüler nutzen neue Bildungs-App Biparcours vom Heimatverein
Mit Kinderaugen durch Darup

Darup. Über ein besonderes Geschenk haben sich die Grundschüler der Sebastianschule jetzt gefreut. Im Rahmen der großen Feier zu Ehren ihres Namenspatrons – des heiligen Sebastian – erhielten die Schüler 18 iPads, davon 16 aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ sowie zwei vom Heimatverein Darup.

Mittwoch, 22.01.2020, 17:42 Uhr
Sebastianschüler nutzen neue Bildungs-App Biparcours vom Heimatverein: Mit Kinderaugen durch Darup
Die Viertklässler haben die Bebauung von Darup vor 200 Jahren auf einem alten Ortsplan mit Häuern aus Fimo dargestellt. Foto: az

Zur feierlichen Übergabe der Spende kamen Kinder, Lehrer und Eltern in der Turnhalle zusammen. Und eben mit diesen neuen Geräten können die Kinder auf digitale Weise ihr eigenes Dorf erkunden. „Wir wollen damit das Heimatgefühl stärken“, sagte Holger Zbick, Vorsitzender des Heimatvereins Darup.

Möglich wird das durch eine besondere Bildungs-App, den Biparcours, den Christiane Gottschalk vom Heimatverein gemeinsam mit den Viertklässlern der Schule mit Leben gefüllt hat. „Mit Kinderaugen durch Darup“ lautet das Motto der App, die den Schülern eine Vielzahl von Fragen stellt. „Wie viele Treppenstufen gibt es am Haupteingang der Sebastianschule? – Wie viele Reitplätze gibt es in Darup? – Auf welcher Seite des Stamms einer 300 Jahre alten Eiche gegenüber der Schule wächst das Moos? – Oder auch eine Frage, die der Viertklässlerin Frieda wichtig war, ist in die App aufgenommen worden: Welche Farbe hat die Haustür des Gebäudes an der Coesfelder Straße Nummer 6?

All diesen Fragen gemeinsam ist, dass man sich schon auf den Weg machen muss, um sie zu beantworten. Und all das mache den Heimatkunde-Unterricht lebendig, freut sich Christiane Gottschalk. „Die Kinder sehen anders auf ihr Dorf als Erwachsene“, sagte sie. Durch die neuen digitalen Möglichkeiten würden sie letztlich eine Reise von Darup in die Welt unternehmen. Christiane Gottschalk hat mit den Schülern nicht nur die App zusammengestellt, sondern auch gebastelt. In einer Glasvitrine im Foyer der Schule ist ein 200 Jahre alter Vermessungsplan aus dem preußischen Kataster zu sehen, der Darup zeigt. Die Kinder haben kleine Häuser aus Fimo gebastelt und diese auf den Plan gestellt: darunter auch das heutige Landgasthaus Egbering, das vormals eine Reitwechselstelle und später eine Zollstation für die Chaussee gewesen ist.

Für die Viertklässler Hannah und Jonas wird dadurch Geschichte plötzlich lebendig. Sie erfahren auch vom Dorfbrand im Jahre 1806, als rund 40 Häuser rund um die Kirche ein Raub der Flammen wurden. Nur die Alte Diele und das Gotteshaus haben die Feuersbrunst unbeschadet überstanden. Auch Fotos von Darup vor hundert Jahren sind an der Wand zu sehen.

Auf einem neuen großen Dorfplan bekommen die Schüler Gelegenheit, ihre Wohnhäuser mit einem kleinen Fähnchen zu markieren. All das trägt dazu bei, dass der Blick fürs Detail bei den Kindern geschärft wird, ohne die Sicht auf das große Ganze zu verlieren. „Das macht richtig Spaß“, sagt Jonas und freut sich schon darauf, die App Biparcours demnächst nutzen zu können.

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