Erste gute Ideen bei der Info-Veranstaltung des Heimatvereins
Ein Dorf will sein Landgasthaus retten

DARUP. Geht ein Wirt in den Ruhestand, stirbt auf dem Land manchmal das ganze Gasthaus und damit viel Lebensqualität für die Bewohner. So könnte es auch in Zukunft mit dem Landgasthaus Egbering aussehen, denn Marlies und Hubert Egbering bereiten sich auf den Ruhestand zum Ende des Jahres vor. Aus diesem Anlass hatte der Heimatverein Darup am Donnerstagabend die Daruper Bürger zu einer Infoveranstaltung in das Gasthaus eingeladen.

Samstag, 15.02.2020, 08:52 Uhr
Erste gute Ideen bei der Info-Veranstaltung des Heimatvereins: Ein Dorf will sein Landgasthaus retten
Holger Zbick (M.) vom Heimatverein Darup bedankte sich mit einer Flasche Daruper Kapellchen bei Felix Mölders (l.) und Bernd Kleine-Rüschkamp (r.) vom Verein ProBarlo für den aufschlussreichen Vortrag. Foto: az

Fast 150 besorgte Bürger „stürmten“ quasi den Saal. „Mit so einem großen Interesse haben wir nicht gerechnet“, zeigt sich Holger Zbick, 1. Vorsitzender des Heimatvereins, sichtlich überrascht. „Das zeigt, dass die Schließung des Gasthauses einen herben Einschnitt für das Dorfleben bedeuten würde.“ Dabei steht für Darup viel auf dem Spiel: Denn mit dem Verlust der Kneipe geht auch ein zentraler Veranstaltungsort verloren. Stammtische und Vereine haben keinen Treffpunkt mehr. Die Theatergruppen können keine Vorführungen mehr geben. Familienfeste oder der Beerdigungskaffee könnten nicht mehr vor Ort stattfinden. Um einer Schließung und einem eventuellem Abriss des Gebäudes in Darup frühzeitig entgegenzuwirken, stellte sich die Frage „Wie rettet man eine Gaststätte?“

Zu diesem Thema hatte der Heimatverein Felix Mölders und Bernd Kleine-Rüschkamp vom Verein Pro Barlo eingeladen. Auch in Bocholt-Barlo standen vor einigen Jahren die Bewohner vor dem gleichen Problem: nur noch eine Gaststätte im Dorf, die geschlossen wurde. Dort gründete sich der Verein ProBarlo, der es mit viel Engagement und finanzieller Unterstützung der Stadt Bocholt geschafft hat, Gasthof und Hotel Wissing-Flinzenberg zu retten. Bernd Kleine-Rüschkamp gab den interessierten Darupern eine Menge wertvoller Insidertipps.

Nach dem Vortrag und der Verabschiedung der beiden Gäste, stellte Holger Zbick die entscheidende Frage in die große Runde: „Braucht Darup den Saal?“ Da waren sich alle Anwesenden sofort einig: Ohne geht es nicht! Doch wie geht man an so ein Großprojekt ran? Woher das viele Geld für den Kauf des Gebäudes nehmen? Wer macht das? Eins war klar: „Das geht nur, wenn alle zusammenhalten und es wirklich wollen. Und nicht nur mit Anfangseuphorie, sondern mit viel Durchhaltevermögen“, so Zbick. Die Teilnehmer tasteten sich langsam an das Thema heran und es kamen schon konkrete Vorschläge während der Diskussion zur Sprache. Gründet man einen Bürgerverein oder eine Bürgergenossenschaft? Dafür braucht es aber engagierte Bürger, drei davon meldeten sich an dem Abend, um den ersten Schritt zu wagen. Das wurde mit viel Beifall belohnt.

Michael Maria Götz, Mitarbeiter des beauftragten Immobilienunternehmens Engel & Völkers, das für die Vermarktung der Egbering-Immobilie zuständig ist, war begeistert vom großen Interesse der Daruper, der endgültigen Schließung entgegenzuwirken, falls es keinen Käufer gibt, der die Gaststätte weiterführen möchte. Er sagte seine Unterstützung zusammen mit Familie Egbering zu, eine Lösung zu finden, falls die Gaststätte durch die Daruper gerettet werden sollte.

Denn eins wurde an diesem Abend klar: Anstatt den Lauf der Dinge einfach so hinzunehmen, muss sich die ganze Daruper Dorfgemeinschaft zusammenraufen, um die Gaststätte Egbering am Leben zu halten, denn ist die Gastronomie einmal zu, wird es schwer, alles wieder in Gang zu bringen. Da gibt es noch viele dicke Bretter zu bohren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7261503?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F968628%2F
Nachrichten-Ticker