Beschäftigter von Haus Hall hat Sprung auf ersten Arbeitsmarkt geschafft / Jetzt Mitarbeiter der Stadt
„Das fühlt sich richtig gut an“

Gescher. Grün und Schwarz sind seine Farben. Und das leuchtende Orange natürlich. Fast strahlen die Augen des attraktiven jungen Mannes um die Wette mit der Signalfarbe seiner Arbeitshose. Denn seit wenigen Tagen ist Joachim Heim fest eingebunden ins Bauhofteam der Stadt Gescher: In die Trupps für Gärtner (grün) und -Straßenarbeiten (schwarz). Und was sagen die Kollegen dazu? Da lacht Joachim Heims Chef, Ralf Jürgens: „Gib einen aus“, antwortet er an Stelle seines neuesten Mitarbeiters. „Aber das erste feste Gehalt muss ja noch kommen...“, schiebt der Leiter des Interkommunalen Bauhofes schmunzelnd hinterher.

Freitag, 13.06.2014, 17:56 Uhr

Etwas ist besonders und außergewöhnlich an diesem „Neuzugang“ für den Bauhof: Joachim Heim kommt von Haus Hall. Drei Jahre lang hat der 26-Jährige über die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zunächst am städtischen Bauhof mitgearbeitet. Das hat so gut geklappt, dass die Stadt ihn seit dem 1. Juni sozialversicherungspflichtig angestellt hat. Mit anderen Worten: Aus dem ehemals Beschäftigten der Haller Werkstätten ist ein Mitarbeiter der Stadt geworden. Joachim Heim hat den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Und darauf ist nicht nur er selbst mächtig und zu Recht stolz. Auch Ulrich Tegeler beglückwünscht den jungen Mann zu diesem Erfolg. Der Integrationsassistent von Haus Hall hat Heims Schritte über Jahre begleitet. Er hat die zweijährige Berufsbildungsmaßnahme miterlebt, die Heim wie alle Beschäftigten auf Haus Hall durchlaufen, um ihre beruflichen Stärken und Neigungen auszuloten. Und auch in der Gruppe Landschaftspflege auf Haus Hall hat der junge Mann sich erste Sporen verdient.

Bei der Stadt Gescher startete er zunächst als Praktikant durch und war mit Enthusiasmus bei der Sache. So wurde aus dem vierwöchigen Experiment ein Außenarbeitsplatz, bis jetzt die Übernahme ins städtische Team folgte. Hier fühlt Heim sich wohl. Mit den Kollegen schwärmt er morgens ab 7 Uhr aus zu Spielplätzen, die gewartet werden wollen, wo Hecken geschnitten, Rasen gemäht, Beete gepflegt, Sand gesäubert wird.

Seine Einsatzbereitschaft hat Heim vielfach bewiesen. So hat der junge Mann zwischenzeitlich noch einen Motorsägeführerschein gemacht; derzeit erwirbt er einen Anhängerführerschein; diese Weiterbildung fördert der Landschaftsverband Westfalen Lippe.

Sein neuer Chef, Bauhofleiter Jürgens, hat Joachim Heim über drei Jahre beobachten können und zeigt sich mit Leistung und Einsatzbereitschaft des „Neuen“ überaus zufrieden. „Er ist jetzt ein vollwertiger Mitarbeiter der Stadt, ohne Wenn und Aber“, sagt Jürgens. Und das „fühlt sich gut an...“, strahlt Joachim Heim. Seinem Zwillingsbruder, der ebenfalls als Beschäftigter von Haus Hall in einem anderen Metier tätig ist, wünscht er einen ähnlichen Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt. Dass das ehe selten so gelingt, bestätigt Ulrich Tegeler. Zwar hat Haus Hall seit 2007 Außenarbeitsplätze für 55 Beschäftigte schaffen können. Aber nur sieben sind bisher sozialversicherungspflichtig von ihren Firmen eingestellt worden. | Kommentar

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