Nachbarschaft Mühlenweg feiert am 21. und 22. Juni ihr 75-jähriges Jubiläum
Gemeinsam durch dick und dünn

Gescher. Auf ein 75-jähriges Bestehen kann die Nachbarschaft (NB) Mühlenweg in diesem Jahr zurückblicken. Mit einem zweitägigen Fest wollen die Nachbarn den besonderen Geburtstag am 21. und 22. Juni feiern. Dazu hat Bernd-Theo Grimmelt, dem Jubiläum entsprechend, eine 75-seitige Festschrift erstellt.

Samstag, 14.06.2014, 16:00 Uhr

Damals war Gescher noch ein so genanntes Straßendorf. Doch zeichnete sich ein Umbruch in der Art an, dass von den Ausfallstraßen bereits Stichstraßen gebaut wurden; Straßen nicht im heutigen Sinne. Es waren vielmehr „Wald- und Wiesenwege“. Sandwege halt.

So entstand auch der Mühlenweg als Verbindung von Estern und Südlohn als Zuwegung zu „Alfers Mühle“. Ebenfalls führt ein Weg von Büren aus an der Harwicker Vogelstange vorbei, über Hummelts Hof als Mühlenweg zu Schulze Alfers Mühle.

Erster Siedler auf dem Mühlenweg war eine Familie Damm, die die Leibzucht Wessendorf bewohnte. Mitte bis Ende der 1930er Jahre entstanden weitere Wohnhäuser. 1939 reifte der Gedanke, eine Nachbarschaft nach dem Vorbild der Hooksgemeinschaften und der örtlichen NB zu gründen.

Zu den Gründern gehören die Familien: Josef Eskes, Franz Medding, Bernhard Menker, Gerhard Gevers, Josef Walfort, Heinrich Melis, Johann Langweg, Josef Schulenkorf, Josef Schlemmer.

Der Zweite Weltkrieg lässt die Aktivitäten zum Erliegen kommen. Fehlende Einträge im Protokollbuch in den Jahren von 1939 bis 1953 deuten aber nicht auf Inaktivität der Nachbarschaft hin. Das Buch wechselt ständig von Haus zu Haus, und es scheint üblich, nur Abweichungen vom Gewohnten zu notieren.

1954 fällt der Karneval durch einstimmigen Beschluss wegen Gemeindetrauer aus. Der „hochwürdige Herr Pfarrer W. Hartmann“ war verstorben. Als Festlokal diente 1958 die Schreinerei Heisterkamp.

Später zog man um in die Gaststätte „Zur Burg“ am Freibad. Hier wurden nicht nur Sommerfeste, sondern auch „berauschender Karneval“ gefeiert, heißt es. 1984 entsteht der erste Karnevalswagen in der NB Mühlenweg: „Wagen bauen, wat ist dat schwoar, wii plant all öwer 40 Joahr“. Und seitdem sind die Nachbarn vom Mühlenweg ununterbrochen beim Umzug dabei.

Jetzt kann die NB Mühlenweg auf 75-jährige Geschichte zurückblicken.

„In all diesen Jahren war es Ziel und Sinn, gute nachbarliche Beziehungen zu pflegen, sich in Unglücks- und Sterbefällen gegenseitig zu unterstützen, in frohen Stunden gemeinsam Feste zu feiern, also Freud und Leid gemeinsam zu tragen und zu durchleben“.

Am Samstag (21. 6.) treffen sich nicht nur die mehr als 30 Nachbarschaftsfamilien, sondern auch ehemalige NB-Mitglieder im Hotel Tenbrock, dem heutigen NB-Lokal. Nach dem Wortgottesdienst sind für die Jüngsten Spiele und eine Hüpfburg vorbereitet. Auf einem TV werden alte Fotos gezeigt. (und natürlich später das Fußballspiel)!

Beim anschließenden Festball gilt es sicher alte Erinnerungen aufzufrischen.

Ein „offizieller“ Frühschoppen, der „ruhig etwas länger dauern darf“, wie Albert Brands vom Festausschuss schmunzelnd betont, rundet schließlich den Geburtstag ab.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2523234?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker