DRK-Gruppenleiterin Eva-Maren Beeke zieht es für ein Jahr nach Tansania / Aufklärungsarbeit
Unterwegs in eine neue Richtung

Gescher. Am liebsten würde sie auch ihre Freunde in den großen Koffer packen und mitnehmen auf den fernen Kontinent. Überhaupt fühlt sich Eva-Maren Beeke in diesen Tagen hin- und hergerissen zwischen freudiger Erwartung, Aufbruchstimmung und gesunder Skepsis: „Ich weiß noch nicht viel über das, was mich in Tansania erwarter. Da werden wir ins kalte Wasser geworfen“, sagt die 21-Jährige.

Mittwoch, 27.08.2014, 18:20 Uhr

Am 1. September nimmt ihr Flieger Kurs auf das ostafrikanische Land, in dem die Gescheranerin ein Jahr lang entwicklungspolitischen Freiwilligendienst leisten wird. Nachdem sie soeben ihre Ausbildung als Bauzeichnerin abgeschlossen hat, begibt sich Eva-Maren Beeke ganz bewusst auf Spurensuche. Seit neun Jahren ehrenamtlich beim DRK Gescher und Jugendrotkreuz tätig, ist sie auf den Weltwärts-Freiwilligendienst beim Tansanischen Roten Kreuz aufmerksam geworden und hat sich beworben. „Ich möchte eine neue Richtung kennenlernen und herausfinden, ob ich mich künftig in Richtung ,Soziale Arbeit’ orientieren will“, beschreibt die junge Frau ihre Beweggründe für den außergewöhnlichen Schritt.

Ihr Aufgabenfeld in Tanga, der nördlichsten Hafenstadt am Indischen Ozean, wird reich bestellt sein: So wird die Gescheranerin mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten, in der internationalen Schule und Bildungsarbeit eingesetzt und vor allem in Aufklärungsarbeit über HIV und Aids sowie in die Betreuung solcher Patienten eingebunden sein. Vorbereitungsseminare hat Eva-Maren Beeke schon absolviert, um sich mit dem für sie ungewohnten Thema vertrauter zu machen.

In Tanga wird sie sich ein kleines Häuschen mit einer jungen Kollegin aus Detmold teilen. Als sie die ersten Aufnahmen von der neuen Unterkunft sah, habe sie die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Ein richtiges WC gibt es nicht“, deutet sie erschwerte hygienische Bedingungen an. Dass sie die Landessprache Kiswahili lernen muss, um mit Einheimischen und Kindern kommunizieren zu können, schreckt die Gescheranerin dagegen nicht. Auch ihr Monatslohn über hundert Euro erscheint ihr, gemessen am tansanischen Lebensstandard, so ausreichend, dass sie für Reisen sparen will. Denn den Kilimandscharo oder den Serengeti-Nationalpark möchte sie auf jeden Fall kennenlernen. Selbst für Weihnachten und Silvester hat Eva-Maren Beeke schon Pläne. Gemeinsam mit neun weiteren Weltwärts-Freiwilligen will sie sich zu den Feiertagen auf Sansibar treffen.

Zunächst jedoch geht es nach der Ankunft Anfang September nach Daressalam, wo die kleine Gruppe während einer Einführungswoche auf das Leben in Tansania vorbereitet wird.

Und dafür, dass die Verbindung zur Heimat nicht abreißt, sorgen nicht allein Internet und Facebook. Auch Hubert Schütte von der gleichnamigen Bäckerei begleitet das Projekt der jungen Gescheranerin wohlwollend: So wird er mit dem Verkauf von „Brot für Tansania“ ihre Arbeit vor Ort und die Entsendeorganisation unterstützen. Denn von jedem Bauernbrot, das die Stadtbäckerei in dem Jahr verkauft, wandern 50 Cent in ein „tansanisches Sparschwein“, das ab sofort auf der Ladentheke gefüttert werden will.

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