Duo Weibsbilder begeistert mit seinem Programm „Unbemannt – Wir sind übrig“ / 60 Jahre Singletreff
„Hopfen und Malz erleichtern die Balz“

Gescher. Manchmal ist es wirklich zum Heulen, vor allem, wenn man mit 30 Jahren als Frau immer noch Single ist. Anke Brausch, die eine Hälfte des Kabarettduos „Weibsbilder“, ließ deshalb auf der Bühne des Alten Kutschenmuseums in Gescher vor rund 130 Besuchern ihren Gefühlen freien Lauf.

Sonntag, 31.08.2014, 10:26 Uhr

Die andere Hälfte des Duos, Claudia Thiel, kompensierte ihr Singledasein mit bodenständiger Schlauheit und Naivität. Beide gaben in ihrem neuen Programm „Unbemannt – wir sind übrig“ über zwei Stunden lang Tipps und Tricks preis, wie sie an einen Mann kommen könnten. Das weibliche Publikum amüsierte sich königlich, während der einzige männliche Besucher Thorsten die Anmache von der Bühne mit Humor trug. Der zweite männliche Besucher war Museumsleiter Dr. Hendrik Sonntag, der sich als Gastgeber zum Schluss doch noch zwischen die Fronten der unbemannten „Weibsbilder“ traute. Auch er hat den Auftritt unbeschadet und mit Humor überlebt.

Torschlusspanik bezeichnet man das, was die beiden Single-Frauen anstellten, um zu einem Mann zu gelangen. Mal tickte die biologische Uhr mit dem Warnhinweis, es sei Fünf vor Zwölf. Dann sei es wieder der Körper als „Wegbereiter auf dem Weg zur Hölle“, der ganz banal Probleme bereitete. Vor allem Thiel mit ihrer kräftigen Figur berichtete aus dem „Land der unbegrenzten Hinterteile“ und schilderte die zwecklosen Enthaarungskampagnen in der viel zu engen Duschkabine. Dabei verstanden es die beiden Frauen hervorragend, die tiefkatholische Eifeler Schläue mit weltfraulichem Gehabe zu kombinieren.

Die Anzeigenkampagne von Brausch als „Frau von Welt aus der Eifel“ nahm zum Schluss nach vielen enttäuschenden Treffen eine ganze Seite ein. Die Zeitung habe ihr schon einen Preisbonus gewährt und aus Mitleid ihre Anzeige mit Anzeigen zum Sommerschlussverkauf umrahmt.

Dennoch gab es auch folgenreiche Erkenntnisse aus dem Singleseminar angesichts der zahlreichen unglücklichen Ehen. „Ist es nicht leichter, für den geliebten Partner zu sterben, als mit ihm leben zu müssen?“, fragte Thiel unschuldig und hintersinnig lächelnd das Publikum. Auch diese Pfeilspitzen verfehlten ihre Ziele nicht. Trotz der drohenden lebenslangen Einsamkeit hatten beide bestimmte Ansprüche an den zukünftigen Ehemann. Er solle gut aussehen, nicht gebraucht sein und bereit, von den Frauen „domestiziert“ zu werden. Der gemeinsame Song „Immer wieder samstags, suche ich ‘nen neuen Mann“ versöhnte auch Thorsten mit den „Weibsbildern“ und ihren Anliegen. Auch die Suche der nasepopelnden Göre, die Brausch herrlich verkörperte, nach einem neuen Papa hatte bei Thorsten keinen Erfolg.

Als alte klapprige Schachteln feierten die beiden zum Schluss die 60-jährige Mitgliedschaft im Singletreff. „Deutschland sucht den Grauen Star“ und „Hopfen und Malz erleichtern die Balz“ waren nur zwei der vielen Schlussfolgerungen im Rückblick auf ihre erfolglose Männersuche und über das erfolgreiche Singledasein. Zum Schluss applaudierte das begeisterte Publikum im Stehen.

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