Ausschuss hört Bericht über regenerative Energieerzeugung
Wasserkraft: Versandung schmälert Stromertrag

Gescher (js). Auch die Stadt Gescher nutzt über ihren „Betrieb gewerblicher Art“ (BgA) Sonnenenergie und Windkraft, um Strom zu erzeugen. Sie verfügt über Photovoltaik-Anlagen auf neun öffentlichen Gebäuden und die Wasserkraftanlage an Alfers Mühle. Die Stromerträge lagen in den letzten Jahren teilweíse unter den Erwartungen. Auf den zweiten Blick sind die Zahlen aber doch ganz okay, erfuhren die Mitglieder im Finanzausschuss. Hier berichteten Hindrik Stegemann und Dirk Schemberg ausführlich zum Thema „Regenerative Energieerzeugung“.

Freitag, 23.01.2015, 18:18 Uhr

Die Photovoltaik-Anlagen wurden in den Jahren 2006 und 2007 mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro realisiert. Pro Jahr sollten im Mittel 226 000 KWh Strom produziert werden. Bei Abzug von Kosten, Abschreibung und Zinsen bliebe ein jährlicher Überschuss von 13 000 Euro.

Tatsächlich lag der Ertrag in den Jahren 2008 und 2009 über der Prognose, seit 2010 kontinuierlich darunter. Den deutlichsten Ausreißer nach unten (-13,4 Prozent) gab es im Jahr 2013. Wie Stegemann erläuterte, gebe es dafür Erklärungen: Bei drei Anlagen – Schulzentrum, Dreifachturnhalle und Kindergarten – seien die PV-Module wegen Dachsanierungsarbeiten „vorübergehend komplett oder in Teilbereichen“ außer Betrieb genommen worden. Bereinigt um diese Ertragsausfälle wären die Prognosewerte auch in den Jahren 2010 bis 2012 erreicht worden. Ursache für den Einbruch 2013 sei auch die Witterung mit vergleichsweise geringer Sonneneinstrahlung gewesen.

Wie Stegemann und Schemberg bilanzierten, wurden auch in den Jahren 2010 bis 2014 „deutliche betriebswirtschaftliche Überschüsse“ erzielt, und zwar durchschnittlich 11 000 bis 12 000 Euro/Jahr. Die Ziele seien damit „voll erreicht“.

Die Wasserkraftanlage am Stauwehr Alfers Mühle ist in Kombination mit der dortigen Fischtreppe zum 1. Juli 2011 fertiggestellt worden. Wie Stegemann berichtete, sind bisher etwa 143 000 KWh Strom pro Jahr mit Einspeiseerlösen von durchschnittlich 18 100 Euro erzielt worden. Ursprünglich habe man mit Erträgen von bis zu 200 000 KWh im Jahr gerechnet. Ein Grund für den Minderertrag sei die starke Versandung im Unterlauf der Anlage, was die Leistungsfähigkeit der Wasserkraftschnecke beeinträchtige. Mit dem zuständigen Wasser- und Bodenverband würden Gespräche über eine Entsandung geführt – das werde „einiges bringen“, meinte Stegemann auf Nachfrage von Wolfgang Brüggestrath (Grüne).

Insgesamt deckten die derzeitigen Erlöse den Jahresaufwand zu 80 bis 90 Prozent ab. Stegemann verwies darauf, dass es sich bei der Herstellung der Fischtreppe um eine Pflichtaufgabe handele, die sich aus der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ergebe. Diese Aufgabe habe die Stadt Gescher als Eigentümerin des Stauwehres „voll erfüllt“.

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