Bürgermeisterkandidaten können sich bewerben / Verärgerung über Vorgehensweise der CDU
UWG startet Online-Suche

Gescher. Die UWG geht ihren eigenen Weg, um einen qualifizierten Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Gescher zu finden. Die Wählergemeinschaft hat im Internet eine Online-Stellenanzeige mit Beschreibung des Anforderungsprofils geschaltet (www.glockenstadt- gescher.de). „Diese Vorgehensweise ist unserer Unabhängigkeit geschuldet“, sagte Gregor Kösters im Gespräch mit unserer Zeitung. Ungeachtet dieser Suchaktion werde die UWG auch mit den Kandidaten der anderen Parteien in Gescher sprechen. „Mit dem CDU-Bewerber Thomas Kerkhoff haben wir einen Termin für Mitte Februar vereinbart“, so Fraktionssprecher Werner Bönning. Auch ein möglicher SPD-Kandidat – bislang werden Fraktionschef Ansgar Heming und der Parteivorsitzende Marc Jaziorski als Favoriten gehandelt – werde diese Chance erhalten.

Donnerstag, 29.01.2015, 16:37 Uhr

Dem CDU-Bewerber Kerkhoff, der sich am Samstag im Parteivorstand vorgestellt hat, bescheinigen die UWG-Vertreter die gewünschte Fachlichkeit. Verärgert sind sie allerdings über die Vorgehensweise der Christdemokraten: Laut Absprache wollte die CDU vor einer Entscheidung sechs oder sieben Kandidaten benennen, die auch von der UWG befragt werden sollten. Dann hätte man sich unter Umständen auf einen gemeinsamen Favoriten verständigen können. Nun sei am Wochenende die Entscheidung gefallen, ohne die UWG im Vorfeld zu beteiligen. „Das ist typisch Gescher“, bedauerte Kösters. „Wir sind aber weiter gesprächsbereit“, betonte Matthias Homann. Nach wie vor behalte sich die UWG vor, einen eigenen Kandidaten in das Rennen um die Effkemann-Nachfolge zu schicken. Gewählt wird am 13. September.

Die Positionierung der Wählergemeinschaft hänge auch davon ab, wer sich in den nächsten Wochen auf die Stellenanzeige meldet. Das geforderte Profil für den gesuchten Mann (oder Frau) fasst die UWG so zusammen: „unabhängig, teamfähig, zukunftsorientiert, kommunalrechtserfahren, haushaltsrechtserfahren, führungserfahren im Personalbereich, verwaltungserfahren und auf Menschen zugehend“. In ihrer Beschreibung erläutert die UWG, was sie von einem/r qualifizierten Bewerber/in für den „Fulltime-Job“ Bürgermeister erwartet. Dazu zähle Teamdenken und die Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren. Beim Umgang mit den Bürgern müssten Entscheidungen transparent gemacht und Hintergründe erläutert werden. Eine aktive Wirtschaftsförderung müsse einhergehen mit regelmäßigen Besuchen bei den örtlichen Gewerbebetrieben. Förderanträge und Subventionen seien verstärkt zu beantragen, um die finanzielle Last der Stadt Gescher zu verringern. Wichtig sei auch der Aufbau eines Netzwerkes durch Kontaktpflege zu Ministerien, Bezirksregierung, Kreisverwaltung und Nachbarkommunen. Die Förderung des Ehrenamtes und regelmäßige Besuche in Schulen, Kindergärten und auf Haus Hall schreiben die UWGler ihrem Wunschkandidaten ebenfalls ins Stammbuch. Wichtig sei ferner, dass der künftige Bürgermeister der Stadt Gescher hier möglichst lange wirken könne, also über die erste Amtszeit bis 2020 hinaus.

| Stellenbeschreibung unter glockenstadt-gescher.de

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