Gescher
Bauhof bis zum Winter bezogen

Gescher. Zwischen den Windrädern in Estern weisen Baukräne den Weg zum künftigen Bauhof. Auf einem Grundstück der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) wächst der gemeinsame Bauhof des Kreises Borken und der Stadt Gescher – die ersten Mauern...

Mittwoch, 14.05.2008, 18:20 Uhr

Gescher. Zwischen den Windrädern in Estern weisen Baukräne den Weg zum künftigen Bauhof. Auf einem Grundstück der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) wächst der gemeinsame Bauhof des Kreises Borken und der Stadt Gescher – die ersten Mauern stehen schon. Bis zum Start des Winterdienstes 2008 sollen die Räume bezogen werden, teilte Peter Sonntag, zuständiger Fachbereichsleiter beim Kreis, am Mittwoch im Finanzausschuss Gescher mit. Während im öffentlichen Teil die bauliche und organisatorische Seite des Projektes vorgestellt wurde, ging es im geschlossenen Teil ums Finanzielle. Und da haben die Gescheraner Politiker noch Informationsbedarf.

Vergeblich versuchte Rudi Grimmelt (SPD), die Vereinbarung zwischen Stadt und Kreis öffentlich beraten zu lassen. Die Verwaltung riet unter Hinweis auf die schützenswerten Interessen eines Dritten (gemeint war die EGW) ab – dann müsse der Tagesordnungspunkt abgesetzt werden. Grimmelts Antrag wurde abgelehnt.

Anhand eines Grundrisses und von Ansichten stellte Peter Sonntag das Projekt vor. Auf Nordvelener Gelände entstehen zurzeit eine große Fahrzeug- und Maschinenhalle mit integrierten Werkstatträumen und ein Verwaltungsgebäude. Hinzu kommen offene Remisen, Schüttboxen und Parkplätze. Die Gesamtkosten sollen bei 2,7 Millionen Euro liegen, wobei die Hauptgebäude von der EGW errichtet werden. Voraussichtlich im November beziehen die Bauhof-Mitarbeiter die neuen Räume.

Der interkommunale Bauhof (IKB) werde als Arbeitsgemeinschaft geführt, fuhr Erste Beigeordnete Sabine Kucharz fort, nicht etwa als GmbH oder Eigenbetrieb. Der Kreis habe zurzeit 33 Bauhof-Mitarbeiter, die Stadt Gescher 13 (plus Hilfskräfte). Die bestehenden Arbeitsverhältnisse blieben unangetastet. Bei der technischen Ausstattung erfolge keine Eigentumsübertragung. Kucharz: „Jeder bringt das an Mensch und Maschinen mit, was er hat.“ Der IKB verstehe sich als „selbstständig agierender Dienstleistungsbetrieb“ mit einer Leitung, wahrgenommen vom Kreisbauhofleiter und – als Stellvertreter – Geschers Bauhofleiter Helmut Lansmann. Hier sollen Personaleinsatz und Auftragsdisposition geplant werden. „Das heißt, der Bauhof übernimmt Aufträge aus den Kernverwaltungen und arbeitet diese Aufträge eigenverantwortlich ab“, erläuterte Kucharz.

Die Beigeordnete legte ein Organigramm vor, wonach sich die Bauhof-Mitarbeiter künftig unterhalb der Leitung in fünf Bereiche untergliedern: Gewässer, Grün, Straße, Werkstatt sowie Gebäude/Spielplätze/Stadtreinigung. Der Einsatz des Personals erfolge nach Aufgaben, nicht nach der Zughörigkeit zu Stadt oder Kreis. Bei der Arbeitszeit wollen sich die Kollegen aus Gescher schon ab dem 1. Juli den Regelungen beim Kreis anschließen.

Ausführlich ging Kucharz auf Synergieeffekte ein. Wissenstransfer, Optimierung bei der Auslastung von Fahrzeugen und Maschinen und Einsparungen bei der Betriebsleitung seien zu erwarten. Ganz praktisch: Beim Winterdienst könne Gescher durch das Zusammengehen einen alten Unimog ausmustern.

Nachfragen aus dem Ausschuss zeigten, dass etliche Punkte noch ungeklärt sind, etwa bei der Leistungsverrechnung oder beim Neukauf von Geräten. Doch „die positiven Effekte überwiegen“, befand Grünen-Sprecher Wolfgang Brüggestrath. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ging es dann ums Finanzielle – und da besteht offenkundig noch Beratungsbedarf.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/413015?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F696912%2F696921%2F
Nachrichten-Ticker