Gescher
„Solche Leute nehmen wir mit Kusshand“

Gescher. Drei Sätze für jeden? Die Drei zögern. Damen vor: „Diese Ausbildung ist eine großartige Alternative zum normalen Studium. Denn jede Vorlesung, die wir am Wochenende gehört haben, konnten wir in der Woche praktisch umsetzen...

Freitag, 23.05.2008, 18:10 Uhr

Gescher. Drei Sätze für jeden? Die Drei zögern. Damen vor: „Diese Ausbildung ist eine großartige Alternative zum normalen Studium. Denn jede Vorlesung, die wir am Wochenende gehört haben, konnten wir in der Woche praktisch umsetzen. Diese Verbindung von Theorie und Praxis gefällt mir“, sagt Annette Eilers. Für Stefan Osterkamp ist es vor allem seine praktische Arbeit im Haus d.velop, die ihn begeistert. „Einfach klasse, dass wir hier so selbstständig arbeiten können.“ Noch ein Satz? „Gerade in einem jungen Unternehmen wie d.velop, das sich dynamisch entwickelt, haben junge Leute wie wir die Chance, eigene Ideen einzubringen.“ Und Klaus Ening findet es super, dass er durch seinen besonderen Ausbildungsweg viel Zeit gespart und gleichzeitig schon Geld verdient hat.

Die drei jungen Gescheraner haben eine Ausbildung „aufs Parkett gelegt“, die ebenso neu wie vielversprechend für beide Seiten ist: Für die Azubis und für die Betriebe. Den dualen Ausbildungsgang Informatik / Betriebswirt VWA gibt es schon länger. Abiturienten, die sich zu diesem Weg entschließen, arbeiten drei Jahre lang während der Woche in ihrem Betrieb. Und am Wochenende wird studiert. Ziel ist der Abschluss als Betriebswirt VWA. Dieser Titel wird allerdings nur in Deutschland anerkannt, besitzt jedoch keine internationale Bedeutung. Deshalb hat die Industrie- und Handelskammer NRW zusammen mit der Fachhochschule Gelsenkirchen die Möglichkeit geschaffen, an die Ausbildung eine sechsmonatige Phase anzuschließen mit dem Ziel, den Bacholor-Abschluss zu machen. Und wer will, kann danach noch den „Master“ erreichen.

Gesagt, getan: Annette Eilers, Stefan Osterkamp und Klaus Ening aus Gescher haben diese Chance ergriffen und kürzlich den begehrten „Bacholor-Titel“ erworben. Sehr zum Stolz auch ihrer Lehrherren bei d.velop. „Diese Drei haben wir mit Kusshand übernommen“, sagt Pressesprecher Frank Schnittker. „Mit solchen Leuten investieren wir in unser Unternehmen und in die Region.“

Wer in der Woche seine Ausbildung stemme und am Wochenende noch ein Studium anhänge, der bringe eine hohe Eigenmotivation mit. Und die Ausbildung sei sehr lebendig. Denn diese jungen Menschen verwirklichten selbst Projekte. „Sie gehen aktiv nach vorne, haben Ideen“, lobt Schnittker. Annette Eilers zum Beispiel habe in der Entwicklungsabteilung Module für ein neues System eigenständig entwickelt. Und die neuen Ansätze, die die jungen Leute dann aus ihrem Studium mitbrächten, seien auch für ein Unternehmen wie d.velop interessant. Im Gegensatz zum Vollstudium, das ausschließlich Theorie vermittle, sei diese Kombination aus betrieblicher Ausbildung und theoretischer Wissensvermittlung optimal auf die Bedarfe einer Firma zugeschnitten, findet Schnittker.

Und wenn immer wieder die Rede davon sei, dass Azubis heute nicht ausreichend qualifiziert seien und es ihnen an Motivation fehle, dann seien diese Drei „ein wirklich schönes Gegenbeispiel“.

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