Gescher
Entscheidung mit 273. Schuss und 7. Pils

Gescher. „Hullala, wir haben einen König“, schallt es über den Platz. Und der staunt selbst über das, was ihm da widerfährt. „Heute Morgen um 7 Uhr wusste ich noch nicht, dass das passieren würde. Aber nach sieben Glas Pils sieht die Welt ganz...

Montag, 30.06.2008, 17:15 Uhr

Gescher. „Hullala, wir haben einen König“, schallt es über den Platz. Und der staunt selbst über das, was ihm da widerfährt. „Heute Morgen um 7 Uhr wusste ich noch nicht, dass das passieren würde. Aber nach sieben Glas Pils sieht die Welt ganz anders aus. Dann ist die Motivation auf einmal da“, strahlt Bernhard Feldmann übers ganze Gesicht. Soeben haben seine Untertanen den Generalmajor der Reserve auf ihre Schultern gehievt. Mit dem 273. Schuss hatte der gestern kurz vor 13 Uhr dem zerfledderten Federvieh an der Vogelstange in Tungerloh-Pröbsting den Garaus bereitet. Die St-Antonius-Schitzengilde jubelt: Sie steht unter neuer Regentschaft.

Auch nach seiner Mitregentin muss Feldmann nicht lange Ausschau halten. Doris Weitenberg-Hölker ist zwar etwas erstaunt: „Das hätte er mir auch gestern Abend schon mal sagen können. Dann hätte ich heut Morgen mein Jäckchen mitgebracht“, sagt sie und zupft am Krönchen, das einfach nicht sitzen will. Aber wie hätte Bernhard Feldmann ihr abends zuvor etwas zuraunen können, das er am nächsten Morgen selbst noch nicht wusste? Nach kurzen Verhandlungen steht auch der Hofstaat: Berni Weitenberg und Anneliese Feldmann sowie Karola und Josef Vens-Hilbt halten sich bereit für diese Aufgabe.

Und so ganz nebenbei schwelgt die neue Königin inzwischen in familiären Erinnerungen: Zehn Jahre nachdem ihr Vater, Josef Hölker, 1998 zum dritten Mal - das ist einzigartig in der Vereinsgeschichte - den Vogel abgeschossen hatte, wird die Tochter nun Königin.

Mitfavoriten ums Königsamt gab es mit dem Präsidenten Antonius Brüning und mit Hubert Dowe. Doch mit einem beherzten Schuss entschied Feldmann zuletzt den Kampf für sich.

Von einem durch und durch gelungenen Schützenfest schwärmen am Rande der Vogelstange die Vereinsmitglieder. Selten habe man eine so gute Beteiligung der einzelnen Kompanien verzeichnet wie gestern Morgen, lobte der Hauptmann der ersten Kompanie, Wolfgang Schmeing, und witzelt weiter: „Das lag wohl am Deutschlandspiel...“

Auch die Festveranstaltungen wie der Tanzabend am Samstag oder Antreten und Festgottesdienst mit anschließendem Frühschoppenkonzert seien gut besucht gewesen, hieß es.

Mit dem Kaffeetrinken nachmittags und dem großen Königsball nahm das Fest gestern seinen Ausklang. An allen Tagen hatte die Band „Da Capo“ aus Vreden zum schwungvollen Tanz aufgespielt.

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