Gescher
Seine Spuren bleiben in Berlin

Gescher. Niemals geht man ganz. Immer bleiben Spuren. Die seinen findet man vor allem in Berlin: Der umgebaute Reichstag. Die bemerkenswerte SAP-Zentrale an der Rosenthaler Straße. Und dann der Rohbau auf dem Spreedreieck - es war seine letzte...

Freitag, 04.07.2008, 16:40 Uhr

Gescher. Niemals geht man ganz. Immer bleiben Spuren. Die seinen findet man vor allem in Berlin: Der umgebaute Reichstag. Die bemerkenswerte SAP-Zentrale an der Rosenthaler Straße. Und dann der Rohbau auf dem Spreedreieck - es war seine letzte Baustelle. Mark Braun, der weltbekannte Architekt, ist tot. Mit nur 46 Jahren starb der gebürtige Gescheraner vor wenigen Tagen an Leberkrebs.

Ein Jahr lang hatte der Vater von drei kleinen Kindern dem Krebs die Stirn geboten. Doch „nach unbesiegbarer Krankheit“ sei er „kämpfend gestorben“, hat seine Familie über die Todesanzeige geschrieben. Brauns Mutter, die noch heute in in einem Haus an der Hofstraße in Gescher lebt, sagt: „Mark war ein Künstlertyp. Mit dem alten VW ist er damals zu dem englischen Star-Architekten Norman Foster gefahren und ist genommen worden.“ Den jungen Gescheraner machte Foster später zum Projektleiter des Reichstagsumbaus. Der Brite habe ihren Sohn sehr wohlwollend protegiert und gab ihm seine Chance, erinnert sich die Mutter.

1999 machte sich Mark Braun in Berlin selbstständig. Die Vollendung seines letzten Werkes, die Bebauung des berühmten Spreedreiecks, erlebte er nicht mehr. Viel Ärger hatte es um dieses Projekt gegeben. Ärger, der ihren Sohn zusätzlich Kraft kostete, wie Frau Braun sagt. Denn die Pläne mussten wegen Rechtsstreitigkeiten mehrfach geändert werden. Erfolglos kämpfte Mark Braun für seinen ursprünglich viel höheren Entwurf. Doch dem Gebäude drohte immer wieder ein Baustopp, und das Land Berlin mühte sich, mit den Anrainern eine Entschädigungsleistung auszuhandeln. Er zählte zu den größten der jungen Baumeister-Generation. Und er war Johanna Brauns jüngster Sohn, von dem sie bescheiden sagt: „Er war sehr fleißig und hatte viel Glück.“

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