60 Händler lernen Einzelhandelskonzept näher kennen
Wichtigstes Ziel: Die Innenstadt stärken

Gescher. „Was lässt sich in Gescher besser machen?“ In dieser Frage sind sich Kunden und Einzelhändler vor Ort selten einig: Eine größere Auswahl im Einzelhandel wird da ebenso gewünscht wie ein einheitliches Erscheinungsbild, einheitliche Auftritte, Aktionen. Im Lebensmittelangebot wünscht man sich eine größere Vielfalt an unterschiedlichen Betreibern ebenso wie größere Auswahl in den Geschäften. All dies hat die BBE Standort- und Kommunalberatung Münster in einer Umfrage herausgefunden, die in das neue Einzelhandelskonzept der Stadt einfließen wird. Gescher hat durchaus auch seine Pluspunkte, wie BBE-Geschäftsführer Hans-Joachim Schrader am Donnerstagabend vor fast 60 Händlern im Rathaus deutlich machte. Dass das Stadtgebiet von fast allen Wohnquartieren aus in zehn Minuten Gehzeit zu erreichen ist, gehört dazu. Entscheidende Kriterien einer künftigen Entwicklung nennt der Fachmann: „Das durch kleine Mittelständler geprägte Stadtbild soll bleiben; aber es ist auch wichtig, dass die großen Filialisten an den richtigen Stellen angesiedelt werden.“ Bei Rossmann sei das gelungen. Und so stärke der Drogeriemarkt an der Hofstraße auch sein Umfeld.

Freitag, 29.11.2013, 18:09 Uhr

Als mögliches „Entwicklungsland“ nahe der Innenstadt sieht das Konzept die Freifläche neben Getränkehandel Kolve an der Pankratiusstraße. Ein Einzelhandelsmagnet an der Stelle würde die City möglicherweise ehe belasten als beleben, fürchtete Franz-Josef Kunst. Schlecht wäre es in jedem Fall, wenn ein solches Unternehmen weitab vom Zentrum platziert würde, hielt Schrader entgegen. Die Erfahrung Marienkirche zeige: „Sobald wir große Flächen eröffnen wollen, geht das nur, wenn wir alte Strukturen beseitigen. Wo also kann das sein?“, fragte Bürgermeister Effkemann. Es gebe immer wieder Investoren, die Verkaufsflächen zwischen 1700 und 2000 Quadratmetern suchten. Denkbar sei an der genannten Stelle auch ein Konzept, nach dem sich drei Betriebe dort niederließen: „Doch das hat der Markt zu entscheiden“, so Effkemann. Momentan gebe es „einen wesentlichen Investor, der agiert“. Wichtiges Ziel einer Neuansiedlung sei die Stärkung und Belebung der Innenstadt, unterstrich Schrader. Natürlich hätten die Angesiedelten Bestandsschutz.

„Aber was ist mit den Leerständen in der City?“, sorgten sich Händler. Man müsse versuchen, das Zentrum „insgesamt so attraktiv wie möglich zu machen“, antwortete Schrader. Was den konkreten Leerstand betrifft: Da seien „die Grenzen der Stadt erreicht“. Das sei und bleibe „Sache zwischen Mieter und Vermieter“. Bürgermeister Effkemann verwies hier auf Telgte: „Außer Marienverehrung war da früher nichts.“ Inzwischen sei der Ort „attraktiver Magnet für Besucher, die die Kleinteiligkeit und das Gediegene schön finden“. Fassaden seien aufgepeppt, Läden vergrößert, Initiativen von Eigentümern und Mietern gemeinsam bewerkstelligt worden, lobte Effkemann. Das optimistische Schlusswort sprach Clemens Kösters. Man möge die Immobilien der City besser gestalten, junge Menschen ermutigen, sich in der Kleinstadt selbständig zu machen: „Außenstehende sagen: „Ist Gescher doch schön...“

Kommentar "Von Vision zur Wirklichkeit" in der Samstagsausgabe unserer Zeitung

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