„Tag der Archive“ lockte viele Besucher ins Rathaus / „Erster Weltkrieg“ war Themenschwerpunkt
Auf Geschichte neugierig machen

Gescher. „Gleich ist wieder eine Führung im Magazin“, warb Andreas Froning vom Stadtarchiv im Gescheraner Rathaus am Sonntag während des Tages der Archive. Gern folgten zu jeder vollen Stunde Besucher der Einladung, um die Ausstellung mit Themenschwerpunkt „Erster Weltkrieg“ und das Archiv als Lagerstätte alter Dokumente und Fotos in Augenschein zu nehmen.

Sonntag, 09.03.2014, 16:08 Uhr

Im Erdgeschoss und dem ersten Stockwerk des Rathauses konnten derweil besondere Forschungsergebnisse der Archivgruppe gesichtet werden: Große Ehrentafeln unter anderem aus Estern und Tungerloh, Listen, Totenzettel und Briefe, aber auch alte Fotos der Kriegsgeschichte und Gegenstände wie Atemschutzmaske oder Fernglas sind in den Vitrinen zu finden.

Die persönlichen Briefe gaben dabei einen Einblick aus erster Hand von Kriegsbetroffenen, während Fotos und Totenzettel den Besuchern in besonderer Weise die Tragik der Geschichte näher brachten. Die Kriegsleiden lösten bei den Archivgästen Betroffenheit aus. Und gleichzeitig machte so manches Exponat staunen, denn heute dürften Dokumente wie „Kartoffelbezugsscheine“ kaum bekannt, geschweige denn vonnöten sein.

„Man braucht zur Besichtigung sehr viel Geduld und die nötige Zeit“, schmunzelte Ralf Schmiing, der bereits seit nunmehr neun Jahren das Grab seines Großvaters Hermann sucht. Dieser gehörte im zweiten Weltkrieg dem Kampfgeschwader 6 an und verstarb auf dem Heimweg während der Zugreise. „Anfangs sollte das Suchergebnis eine Überraschung für die Tante werden“, fügte Schmiing hinzu, während er Besuchern seine bisherigen Ergebnisse in Form von Briefen, Dokumenten, Aussagen von Zeitzeugen und Bildern präsentierte.

Gern stand Schmiing direkt vor Ort beratend zur Seite, um Interessierten den Einstieg in die Forschung zu erleichtern. Auch weitere Mitglieder der Archivgruppe gaben gern tiefere Einblicke in ihre Forschungen etwa über die Geschichte der Gescheraner Schulen oder die eigenen Familienchroniken.

Bereits zum siebten Mal fand bundesweit der „Tag der Archive“ statt, um Besuchern die Arbeit der Archivare näher zu bringen und um das Interesse an der Geschichte der eigenen Stadt oder Familie zu wecken. So freuten sich Willi Wiemold und Andreas Froning, dass zahlreiche Besucher den Weg in das Gescheraner Archiv gefunden hatten. „Einer ist direkt nach dem Mittagessen hierher und hat gar auf den Mittagsschlaf verzichtet“, freute sich Wiemold darüber, dass selbst in der „schwierigen Mittagszeit“ bei bestem Frühlingswetter ein ständiges Kommen und Gehen herrschte.

Gern gesehen vom Museumsteam sind Archivforscher und -interessierte auch zu den „normalen“ Öffnungszeiten:

| Dienstags und mittwochs: 9 bis 12.30 Uhr; donnerstags: 15 bis 18 Uhr; freitags: 18 bis 22 Uhr.

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