Verkauf des Gemüses beginnt in Gescher bereits am 20. März / Neue und frühe Sorten auf dem Markt
Früh-Start in die Spargelsaison

Gescher. „Die Frühlingsgefühle kommen... und dazu gehört auch der Spargel.“ Spargelbauer Bernhard Böckenhoff strahlt mit der Märzensonne um die Wette. Noch nie habe eine Spargelsaison so früh begonnen; noch nie habe er im März so hohe Temperaturen beobachtet wie in diesem Jahr. Zur Bestätigung seiner These führt Böckenhoff einen 80-Jährigen ins Feld, der ihm das vor wenigen Tagen versichert hat.

Freitag, 14.03.2014, 19:15 Uhr

Der Spargelbauer aus Raesfeld, der auf Hof Schulze Scholle in Tungerloh-Pröbsting 32 Hektar Fläche zum Spargelanbau gepachtet hat, hat allen Grund zu guter Laune. Immerhin soll schon ab Donnerstag nächster Woche (20. 3.) der erste Spargel angeboten und verkauft werden. „Wir vermarkten ausschließlich an unserem Verkaufsstand auf dem Hof täglich zwischen 10 und 18 Uhr“, wie Josef Schulze Scholle ergänzt. Damit beginnt die Saison rund drei Wochen früher als „normal“. Doch was ist schon normal?

Im letzten Jahr, erinnert sich Böckenhoff, habe man erst Mitte April die Saison einläuten können. „Das war extrem spät.“ Eine Saison, die am 24. Juni endet. Bis dahin sind für Böckenhoff, der auch an Standorten in Borken oder Raesfeld Spargel züchtet, zwanzig Saisonarbeiter aus Polen und Rumänien am Start; hochmotiviert, wie der Unternehmer betont. Das müssen sie wohl sein. Denn allein auf der Pachtfläche in Gescher ruhen 150 Kilo Folie, die täglich auf- und zugedeckt werden müssen, um den Spargel zu stechen. „Macht zwischen zehn und zwanzig Kilometer Laufleistung pro Mann und Tag – plus Stechen“, sagt Böckenhoff mit Hochachtung vor den Saisonarbeitern.

Auf verschiedene Weise werden die Spargelfelder mit Folien abgedeckt. Zuerst gehen die auf den Minitunnelflächen gezüchteten zarten Gemüse an den Start. Es folgen die Flächen, die mit schwarzer Folie abgedeckt werden, schließlich die mit weißer Folie, denn: „Weiß reflektiert das Sonnenlicht. Dadurch erwärmt sich der Boden später, und die Saison kann bis zum 24. Juni andauern“, erklärt Böckenhoff.

Lukullus-Spargel sei der leckerste, schwärmt der Fachmann über das Edelgemüse, das schon Caesars Chefkoch Lukull dem Imperator serviert haben soll. Erzählt Böckenhoff. Eine frühe Sorte sei die holländische Züchtung Gynlim. Ganz neu im Sortiment habe man Cumullus. Der gelte als besonders zart, „aber die Stangen können schnell brechen.“

Noch ist der Spargel teuer. Bis zu 15 Euro das Kilo zahle man für die beste Qualität, so der Spargelbauer. „Das liegt daran, dass wir den Spargel derzeit noch suchen müssen wie Ostereier“, lacht er. Der Preis werde sich später zwischen fünf und zwölf Euro je nach Qualität einpendeln. Mit einem Vorurteil räumt Böckenhoff auf: „Der dicke Spargel ist nicht holzig, wie ihm oft nachgesagt wird. Der Abfallverlust aber bei dünnem Spargel ist mit 40 Prozent weitaus höher als bei den dicken Stangen mit 25 Prozent.“

Der frühe Start in die Saison kann also kommen. Böckenhoff ist auf Hof Schulze Scholle gut vorbereitet. Und was, wenn der Frost zurückkehrt? Die Experten bleiben gelassen. „Der Frost kann dem Spargel nichts anhaben. Er ist auf gutem Weg.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2323414?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947616%2F2606740%2F2606760%2F
Nachrichten-Ticker