Entscheidung über Schülerbeförderung fällt im Fachausschuss / Effkemann: „Sehr gelungenes Modell“
Kommt der Umstieg auf ÖPNV?

Gescher. In der Sitzung des Ausschusses für Generationen am Dienstag (16.6.) um 18 Uhr im Rathaus (öffentlich) soll die Entscheidung fallen, ob die Schülerbeförderung nach den Sommerferien auf ÖPNV umgestellt wird. „Wir haben ein für Gescher sehr gelungenes Modell entwickelt“, stellte Bürgermeister Hubert Effkemann hierzu im Pressegespräch fest, nachdem es von Eltern- und Schulseite eher kritische Reaktionen gegeben hatte.

Dienstag, 16.06.2015, 15:17 Uhr

Erste Beigeordnete Sabine Kucharz verwies darauf, dass die Verwaltung einen Beschluss des Rates umgesetzt habe; bei der Erarbeitung sei der Linienträger Westfalen Bus „sehr kooperativ“ gewesen. Der Systemwechsel bringt der Stadt laut Vorlage eine Einsparung von rund 50 000 Euro jährlich. Offen ist, wie sich die Politik positioniert – ein Abstimmungsgespräch zwischen den Fraktionsvorsitzenden war für Montagabend angesetzt.

Wie berichtet, sollen die Schüler aus dem Außenbereich künftig über die öffentlichen Linien R 51, R 61, 761 und 776 befördert werden. Nur in Estern bleibt es für 23 Schüler bei einem Schülerspezialverkehr; dieser Auftrag soll in Abstimmung mit dem Kreis Borken als Träger der Schule in Estern vergeben werden. Von 256 Fahrschülern, die mit den öffentlichen Bussen fahren, wohnen 14 außerhalb der zumutbaren Entfernung zur nächsten Haltestelle – hier will die Stadt zusätzlich die Fahrkostenerstattung von Wohnung zur Haltestelle zahlen. Seit Freitag können Interessierte auf der Stadt-Homepage (gescher.de) das mögliche Fahrplankonzept samt Haltestellen einsehen.

Effkemann verweist auf einen wesentlichen Vorteil des neuen Modells: „So bekommen wir öffentliche Linienbusse in unsere Außenbereiche – hier kann jeder mitfahren, nicht nur die Schüler“, erläuterte er. Auch der Kreis Borken begrüße diese Stärkung des ÖPNV im ländlichen Raum. Voraussetzung für die Umsetzung ist eine Verlegung der Schulanfangszeiten in Gescher nach hinten. Bislang beginnt der Unterricht am Schulzentrum um 7.45 Uhr, an den Grundschulen um 8 Uhr. Das künftige Zeitfenster liegt zwischen 8.05 Uhr und 8.15 Uhr – der exakte Beginn ist vom jeweiligen Schulleiter festzulegen. Die Zustimmung der Schulkonferenzen ist dazu nicht erforderlich, laut Erlass „folgt der Schulleiter den begründeten Vorschlägen des Schulträgers, falls nicht zwingende pädagogische Gründe entgegenstehen“. Für Kucharz und Effkemann ist die Aufregung um den späteren Schulanfang unverständlich – da werde „Stimmungsmache“ betrieben. In vielen Fällen gehe es nur um wenige Minuten, die die Kinder später zu Hause seien als bislang. Und die Fahrzeiten verkürzten sich teilweise deutlich auf höchstens 30 Minuten.

Viele Eltern sehen dagegen in den späteren Schulzeiten einen massiven Eingriff ins Familien- und Vereinsleben. Sie haben sich mit einem Fragenkatalog an die Verwaltung gewandt. Elternvertreter Heinz Lanfer hat weiterhin „Bauchschmerzen“ mit dem neuen Modell. Es gebe noch viele Fragen und Ungereimtheiten, die ausgeräumt werden müssten. Er hoffe auf eine Verschiebung der Beschlussfassung.

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